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Ein persönlicher Bericht – mit Wetterlage und Streckenerlebnis
Als ich am Morgen am Bundesplatz ankam, war sofort klar: Besser hätte das Wetter für die diesjährige ADFC Sternfahrt nicht sein können. Die Temperaturen waren mild, der Himmel leicht bewölkt, und ein angenehmer Wind machte das Warten im wachsenden Fahrradpulk richtig angenehm. Schon hier lag spürbar Aufbruchsstimmung in der Luft – Tausende Radfahrer*innen, friedliche Energie, ein gemeinsames Ziel. Und ein besonderes Highlight wartete auf uns: Die A115 war stadteinwärts vollständig für den Autoverkehr gesperrt, bereit, von uns eingenommen zu werden. Eine Chance, die man nicht jeden Tag bekommt.
Vom Bundesplatz Richtung Zehlendorf – ein ruhiger Auftakt
Vom Bundesplatz aus setzte sich der lange, bunte Zug langsam in Bewegung. Die ersten Kilometer führten mich durch Steglitz – vorbei an Cafés, Wohnstraßen und ersten Schaulustigen, die neugierig stehenblieben, um zu filmen oder zu winken.
Je weiter ich nach Süden radelte, desto grüner wurde es. In Zehlendorf mischten sich breite Alleen mit ruhigen Wohnquartieren. Trotz der Menge an Menschen blieb die Stimmung entspannt, fast familiär. Kleine Begegnungsmomente – kurze Gespräche, Lachen, gemeinsames Radfahren.
Zurück in die Stadt – Steglitz, Schöneberg und die Zufahrt zur A115
Nach der südlichen Schleife führte die Strecke zurück Richtung Steglitz und Schöneberg. Hier merkte ich, wie die Energie im Feld zunahm. Die Straßen wurden breiter, der Verkehr am Rand dichter – und doch waren wir es, die heute das Stadtbild bestimmten. Es fühlte sich an wie ein stetig wachsender Organismus, der sich durch Berlin bewegte.
Als sich dann schließlich die Einfahrt zur A115 vor mir auftat, war das ein Gänsehautmoment. Eine Stadtautobahn, die sonst tagtäglich von Blechlawinen überrollt wird – heute leer, ruhig, offen für uns.
Das Highlight: Mit dem Fahrrad über die A115
Sobald ich an der Spanischen Allee auf die A115 auffuhr, veränderte sich das ganze Fahrgefühl. Keine Ampeln, keine Autos, keine Hektik. Nur die breite Asphaltfläche, die vielen Radfahrer*innen und das Summen tausender Reifen. Ich konnte frei rollen, mich treiben lassen, die Dimension dieser ungewöhnlichen Situation auf mich wirken lassen.
Es war ein starkes Bild – und noch ein stärkeres Gefühl. Menschen allen Alters, Familien, Rennradfahrer*innen, Lastenräder, Kinderanhänger – alle gemeinsam auf einer sonst hermetisch autogefüllten Verkehrsader. Das war Verkehrswende zum Erleben.
Durch Charlottenburg und Moabit – Richtung Siegessäule
Nach der Autobahnpassage führte die Route weiter in den Berliner Westen. Durch Moabit hindurch ging es schließlich Richtung Innenstadt, und in mir stieg die Vorfreude auf das Ziel.
Die letzten Kilometer verliefen entlang von Alleen und über breit angelegte Verkehrsachsen, die heute uns gehörten. Mit jedem Meter kam die bekannte Silhouette weiter näher.
Ankunft an der Siegessäule – ein Gefühl von Gemeinschaft
Schließlich erreichte ich die Siegessäule, den traditionellen Zielpunkt vieler Sternfahrten. Hier löste sich der große Zug langsam in einzelne Gruppen auf – manche suchten sich schattige Plätze zum Ausruhen, andere genossen einfach das bunte Treiben rund um die Straße des 17. Juni.
Für mich fühlte es sich an wie ein symbolischer Schlusspunkt eines kraftvollen Tages: eine Strecke, die an sich unspektakulär wirkt – aber im Kontext dieser riesigen Fahrradbewegung ein Statement ist. Für mehr Platz fürs Rad. Für eine lebenswertere Stadt. Und für Momente wie diesen, in denen klar wird: Verkehr kann auch anders aussehen.















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