Interrail Italien 2025 – Florenz, Genua & Marseille

In diesem Jahr wurde die 1. Klasse von Interrail ausprobiert, was als komfortabel und lohnenswert empfunden wurde. Die Reise umfasste eine Strecke von Diepholz über München nach Florenz, Genua und Marseille. In München wurden Sehenswürdigkeiten erkundet, während die Fahrt durch die Alpen nach Florenz beeindruckte. Nach mehreren Tagen in Florenz mit Kunst und köstlicher Küche ging es nach Genua, wo das Wetter wechselhaft war, aber auch Genüsse wie Ravioli, Focaccia mit Pesto Genovese und neapolitanische Pizza genossen wurden. In Marseille gab es anfängliche Enttäuschungen wegen der Unterkunft, jedoch wurde dies bald durch eine neue, sonnige Wohnung ausgeglichen. Die Reise endete nach zwei Wochen mit vielen Erinnerungen und Eindrücken.

Jede Reise hat ein Experiment, und unseres hieß in diesem Jahr: 1. Klasse. Zum ersten Mal haben wir das Interrail-Upgrade ausprobiert – und um das Fazit gleich vorwegzunehmen: durchweg komfortabel, durchweg lohnenswert. ✨ Fünf Sterne – gerne wieder!

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Die Route führte in zwei Wochen von Diepholz über München und die Alpen nach Florenz, weiter an die ligurische Küste nach Genua und schließlich nach Marseille. Drei Städte, drei völlig unterschiedliche Charaktere – und, wie sich zeigen sollte, drei völlig unterschiedliche Wetterlagen. Denn diese Reise erzählt sich am besten entlang ihres Himmels: Sonne in der Toskana, Dauerregen in Ligurien, und in der Provence erst ein Tiefpunkt und dann das strahlendste Finale.

Die Strecke und die Züge im Einzelnen:

  • Diepholz –(RE9)– Bremen –(RE2)– Hannover –(ICE787)– München
  • München –(RJ83)– Bologna –(FR9547)– Florenz
  • Florenz –(RE4023)– Pisa –(IC510)– Genua
  • Genua –(IC659)– Ventimiglia –(TER86044)– Nizza –(TGV6866)– Marseille
  • Marseille –(TGV9583)– Mannheim –(ICE516)– Osnabrück –(RE9)– Diepholz

Das Reisetagebuch im Einzelnen:

Tag 1: Diepholz → München Der Auftakt: ein langer Zugtag quer durch Deutschland. In München belohnte uns frisches Frühlingswetter mit Sonnenschein, und wir nutzten den Nachmittag für eine erste Runde – von der Frauenkirche durch die belebte Altstadt bis in den Englischen Garten, wo sich an der Eisbachwelle Surfer und Zuschauer im Sonnenlicht versammelten. Mitten in der Großstadt Menschen beim Wellenreiten zuzusehen, bleibt ein herrlich absurdes Bild. Zurück ging es vorbei am Bayerischen Landtag und dem imposanten Rathaus Richtung Bahnhof. Tour @ komoot

Tag 2: München → Florenz Ein klarer, sonniger Morgen – bessere Bedingungen für die Alpenquerung gibt es nicht. Der Zug schlängelte sich über den noch verschneiten Brennerpass, während wir aus dem Panoramafenster der 1. Klasse zusahen, wie der Winter langsam dem Frühling wich. Umstieg in Bologna bei mildem Wetter, Ankunft in Florenz am frühen Abend – warmes Licht, angenehme 18 Grad und eine zentral gelegene Ferienwohnung. Der erste Spaziergang durch die Umgebung fiel direkt in die goldene Stunde über den Dächern der Toskana. Besser kann eine Stadt einen nicht empfangen.

Tag 3: Florenz – Überblick & Aussicht Ein sonniger Frühlingstag, wie gemacht für die erste große Stadtrunde. Wir ließen uns treiben, entdeckten Plätze und Gassen – ganz ohne Museumspflicht, die kam später noch früh genug. Am Nachmittag der Aufstieg zum Piazzale Michelangelo: Florenz lag unter uns im weichen Licht, der Arno glänzte, und die Stadt zeigte auf einen Blick, warum Menschen seit Jahrhunderten von ihr schwärmen. Zwischendurch klassische Hausmannskost in einer kleinen Trattoria (Le Colonnine): draußen sitzen, laue Luft, leckeres Essen. So darf das gerne weitergehen. Tour @ komoot

Tag 4: Kunst & Kuppel bei Sonnenschein Florenz blieb in Bestform – wolkenlos, 20 Grad. Am Vormittag standen wir vor Michelangelos David in der Galleria dell’Accademia, einem dieser Werke, die auch der tausendste Abdruck auf Postkarten und Kühlschrankmagneten nicht kleinkriegt. Am Nachmittag dann der Perspektivwechsel: hinauf auf die Aussichtsplattform des Doms, ein spektakulärer Rundumblick über das Dächermeer. Kunst von Nahem, Stadt von oben – ein Florenz-Tag, wie er im Buche steht.

Tag 5: Uffizien & Abschied von Florenz Zum Abschluss das große Kaliber: die Uffizien. Draußen leicht bewölkt und warm, drinnen strahlten die Gemälde mit dem Tag um die Wette. Den Nachmittag nutzten wir, um letzte Lücken auf unserer Stadtkarte zu schließen – letzte Gassen, letzte Plätze, dieses bewusste Noch-einmal-Hinschauen, das zu jedem Abschied gehört. Abends dann kein Restaurant, sondern ein entspanntes Abendessen in der Wohnung und die Florenz-Tage Revue passieren lassen. Drei Tage Sonne, Kunst und Toskana – es hätte kaum runder laufen können. Noch ahnten wir nicht, dass wir das Sonnenkonto damit vorerst leergeräumt hatten.

Tag 6: Florenz → Genua Die Fahrt nach Genua führte über Pisa, und unterwegs kündigte sich der Wetterwechsel bereits an – Sonne, dann erste Regenschauer, als hätte Ligurien schon einmal vorgewarnt. In Genua aber zunächst ein Volltreffer: eine traumhafte Wohnung mitten in der Altstadt, dazu ein Hausherr, der uns herzlich empfing und mit persönlichen Tipps versorgte. Und der Abend hielt sogar noch einmal klaren Himmel bereit – vom Belvedere Castelletto reichte der Blick über die ganze Stadt bis zum Meer.

Tag 7: Genua – Sonne an der Küste Genua gab uns einen sonnigen, milden Tag – und wir nutzten ihn für die Küste: vom alten Hafen bis ins malerische Boccadasse, dieses kleine Paradies aus bunten Fassaden direkt am Wasser. Das Meer glitzerte, die Möwen kreischten, und für ein paar Stunden war Ligurien genau die Postkarte, die man sich vorstellt. Zurück in der Stadt gab es abends eine knusprige neapolitanische Pizza. Wie sich zeigen sollte, war das der letzte Sonnentag für eine Weile – gut, dass wir ihn ans Meer investiert hatten. Tour @ komoot

Tag 8: Regengrau & Genuss Der Regen übernahm – immer wieder Schauer, dazwischen Niesel. Wir machten uns trotzdem auf zum Leuchtturm, und siehe da: Genua bei Diesigkeit hat seinen ganz eigenen Reiz. Die Stimmung am Meer war mystisch, die Sicht begrenzt, aber stimmungsvoll. Am Nachmittag bummelten wir mit dem Regenschirm durch die elegante Via XX Settembre – auch eine Art, eine Stadt kennenzulernen. Und dann die Entdeckung des Tages: Wenn das Wetter nichts hergibt, gibt eben die Küche alles. Frische Ravioli, zubereitet in der Ferienwohnung, wärmend und köstlich. Regentage haben auch ihre Gewinner. Tour @ komoot

Tag 9: Höhenluft & Dauerregen Der Regen blieb hartnäckig. Mit der Zahnradbahn fuhren wir hinauf Richtung Forte Begato – eigentlich als Auftakt zu einer längeren Wanderung gedacht, aber Nebel und anhaltender Nieselregen kürzten die Route deutlich ab. Genua hatte offensichtlich beschlossen, dass wir es kulinarisch kennenlernen sollten, nicht wandernd. Also fügten wir uns: erst das beste Focaccia der Welt beim „Antico Forno della Casana„, abends dann das kulinarische Highlight der ganzen Genua-Tage: ein festliches Essen im „7Sensi„. Drinnen gemütlich und viele Gänge, draußen prasselte der Regen. Es gibt schlechtere Arten, einen verregneten Tag zu beenden. Es gibt eigentlich keine bessere. Tour @ komoot

Tag 10: Genua → Marseille – Ernüchterung Die Fahrt entlang der ligurischen Küste verlief ruhig, Wolken und Sonne wechselten sich ab – ein Übergangstag, in jeder Hinsicht. Und dann Marseille, und mit Marseille der Tiefpunkt der Reise: Die gebuchte Unterkunft entpuppte sich als heruntergekommen und feucht, meilenweit entfernt von den Booking.com-Fotos. Wir versuchten am Abend noch, das Beste daraus zu machen, aber die Stimmung war so trüb wie der Himmel. Manchmal muss eine Reise erst durch so einen Abend, damit der Rest umso besser wirkt. Das wussten wir an diesem Abend allerdings noch nicht.

Tag 11: Neustart bei Sonnenschein Und dann kam der Morgen, an dem alles kippte – in die richtige Richtung. Klarer Himmel, wolkenlos, und wir hatten einen Entschluss gefasst: Umzug. Vorher aber noch ein Spaziergang, der uns Marseille zum ersten Mal richtig zeigte – vom Alten Hafen über das Vallon des Auffes bis zur Plage de la Pointe d’Endoume. Danach bezogen wir die neue Wohnung: hell, freundlich, mit Blick aufs Meer. Als am Abend ein goldener Sonnenuntergang direkt vom Sofa aus zu sehen war, war der Vorabend offiziell abgehakt. Entschädigung pur. Tour @ komoot

Tag 12: Wind, Wellen, Kultur Marseille zeigte nun seine lebendige Seite: Sonne, kräftiger Wind, 17 Grad – die Stadt in Bewegung. Wir besuchten das Seifenmuseum, das Regards de Provence und die Kathedrale La Major, und überall dasselbe Schauspiel: blendendes Licht, tosendes Meer. Dieses südfranzösische Licht, von dem alle reden, ist tatsächlich kein Mythos. Zwischendurch Shopping im stilvollen Les Docks Village, abends selbst gekocht, während der Sonnenuntergang den Himmel orange färbte. Der Wind pfiff – das Fenster blieb trotzdem offen. Aus Prinzip.

Tag 13: Wanderung in den Calanques Der letzte volle Tag, und die Reise hob sich ihr Bestes bis zum Schluss auf: 20 Grad, wolkenlos, perfektes Wanderwetter. Von Luminy ging es zur Calanque de Morgiou – stahlblauer Himmel, glitzerndes Mittelmeer, eine Landschaft, die rau und friedlich zugleich ist. Nach den Stadttagen in Florenz, den Regentagen in Genua und dem Marseille-Neustart fühlte sich diese Wanderung an wie das Finale, auf das alles zugelaufen war. Nach sechs Stunden kamen wir erschöpft, aber beseelt zurück – und gönnten uns bei Basilic & Co die beste Pizza der Stadt. Der letzte Abend in Marseille: ruhig, zufrieden, genau richtig. Tour @ komoot

Tag 14: Marseille → Diepholz Die Sonne verabschiedete uns, als wir den Zug Richtung Heimat nahmen – als wollte Marseille noch einmal klarstellen, dass der erste Eindruck ein Missverständnis gewesen war. Beim Umstieg in Mannheim blieb Zeit, Bilder zu sortieren und die zwei Wochen noch einmal durchzugehen: drei Städte, drei Stimmungen, ein Tiefpunkt und ein Finale in den Calanques. Zuhause wartete die Realität – aber im Gepäck: Sonne, Salzluft und Geschichten.