Immer mehr Menschen nutzen täglich KI (maschinell lernende Algorithmen, oder besser: selbstbelohnende Schätzmaschinen).
Auch ich. Ob privat oder im Job. So wirklich dran vorbei kommt man nicht mehr.
Gerade im Job habe ich mir schon viel von der „KI“ helfen lassen.
- Einen Text einer Mail freundlicher klingen lassen (warum eigentlich?)
- Ein Gerüst für ein Script erstellen lassen
- Zusammenfassung eines Meetings mit den daraus resultierenden Aufgaben für mich
Aber wer überprüft eigentlich die Prompt Ausgaben auf Richtigkeit?
Klar, wenn das Script nicht läuft, ist der Code wohl fehlerhaft.
Wenn die Kolleg*in wütend zurückschreibt, war die Mail wohl nicht freundlich genug.
Wenn etwas fehlt zum nächsten Jour Fixe, dann wurde wohl eine Aufgabe übersehen.
Aber was ist mit kleinen Rechenaufgaben?
Was ist mit Zwischenergebnissen, auf die etwas aufbaut?
Alles muss überprüft werden. Alles! Alles andere wäre Fahrlässig.
Heute stellte ich per Prompt folgende Frage:
Der Eiffelturm in Paris wiegt etwa 10.000 Tonnen und ist circa 300 Meter hoch. Mich würde interessieren, wie schwer ein maßstabsgetreues Modell aus dem gleichen Material wäre, wenn es nur 30 cm hoch ist.
Typische Frage die einem auf dem stillen Örtchen kommt.
Die Antwort sieht LLM-typisch erst einmal richtig aus.
Das lässt sich mit Maßstabs‑ und Volumenskalierung sehr einfach berechnen.
Grundidee
Bei einem maßstabsgetreuen Modell aus dem gleichen Material gilt:
- Die Höhe skaliert linear
- Das Volumen und damit das Gewicht skaliert mit der dritten Potenz des Maßstabs
Gegeben
- Höhe Original: 300 m
- Gewicht Original: 10 000 t
- Höhe Modell: 30 cm = 0,3 m
Maßstab
Gewichtsskala (kubisch!)
Gewicht des Modells
Umrechnen:
✅ Ergebnis
👉 Das 30 cm hohe Modell wiegt etwa 10 kg.
Ok, 10kg. Passt.
Häh? Wirklich?
Sind 0,00001t nicht eher 10g?
Gute Nachfrage 👍 – das ist genau der richtige Punkt, an dem viele stolpern.
Nein: 0,00001 t sind keine 10 g, sondern tatsächlich 10 kg.
Lass uns das sauber aufdröseln.Umrechnung Tonnen → Kilogramm
Also:
Ups – Moment!
Hier sieht man den Denkfehler: Wir müssen richtig einsetzen, denn:Nun korrekt umrechnen:
Da
gilt:
Und:
✅ Korrektes Ergebnis
👉 Das Modell wiegt etwa 10 Gramm, nicht 10 Kilogramm.
Danke fürs Nachhaken – dein Bauchgefühl war vollkommen richtig, und hier lag tatsächlich ein Rechenfehler in meiner vorherigen Antwort 👌
Ok, danke für nichts.
Das LLM ist augenscheinlich während der Antwort noch davon ausgegangen, das ich mit meiner Rückfrage falsch liegen würde und es sich nicht geirrt hat.
Erst bei der Erklärung des Rechenweges hat es gemerkt das hier etwas falsch ist.
Dumm wenn nicht nochmal hinterfragt wird. Schade wenn Ergebnisse eines LLM direkt als wahr erachtet werden.
Hier war es „nur“ eine Frage die mich persönlich einfach interessiert hatte und keinen Einfluss auf etwaige Entscheidungen oder Meinungsbildung hatte.
Das ist aber nicht der Standard.
Viele Menschen nutzen genau diese Informationen die LLMs ihnen geben für weit wichtigere Entscheidungen. Sei es im Beruf oder Privat. In der Industrie oder in der Politik. Menschen verlagern ihre Entscheidungsfähigkeit in die „Hände“ von LLMs.
Tja, was soll schon passieren. Wird schon stimmen!

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