Am 13. September 2026 wird in Niedersachsen gewählt. Ich kandidiere für Bündnis 90/Die Grünen für den Stadtrat Diepholz – und für den Kreistag des Landkreises Diepholz.
Wer diesen Blog kennt, weiß: Kommunalpolitik ist für mich nichts Neues. Ich beobachte sie seit Jahren – nicht von der Tribüne aus, sondern mit Werkzeugen, Anfragen und eigenen Texten. Irgendwann stellt sich dann die Frage, ob man weiter von außen kommentiert oder mit am Tisch sitzt. Ich habe mich für den Tisch entschieden.
Was ich bisher gemacht habe
Nachfragen, wo Informationen fehlen. Über Frag den Staat habe ich mehrere Informationsfreiheits- und Umweltinformationsanfragen an die Stadt Diepholz gestellt – zur Bilanz des städtischen Klimaschutzkonzeptes, zum Stadtradeln und den RiDE-Fahrraddaten, zum geplanten Allwetterbad im Müntepark und zuletzt zu den Gehölzarbeiten im Gebiet des Bebauungsplans Nr. 112 „Graftlage“. Nicht, um jemanden vorzuführen – sondern weil Bürger*innen ein Recht darauf haben zu wissen, auf welcher Grundlage Entscheidungen fallen.
Informationen zugänglich machen. Ratsdokumente sind öffentlich – aber wer schon einmal versucht hat, darin etwas Bestimmtes zu finden, weiß, wie mühsam das ist. Deshalb habe ich die Dokumentensuche für den Stadtrat Diepholz gebaut: eine Volltextsuche über die öffentlichen Ratsunterlagen, die ausschließlich auf die offiziellen Quellen verlinkt. Aus derselben Überzeugung – dass Suche einfach, lokal und ohne Tracking funktionieren sollte – ist auch meine App FullTXT entstanden.
Mich einmischen, wenn es konkret wird. Zum geplanten Gewerbepark Süd in der Graftlage habe ich Stellungnahmen im Beteiligungsverfahren eingereicht, zum Bürgerentscheid über das Allwetterbad geschrieben und in weiteren Texten Diepholzer Themen kommentiert – von der sommerlichen Hitze in der Innenstadt bis zur Frage, wie transparent Entscheidungen hier eigentlich zustande kommen. Als Sprecher der NABU Gruppe Diepholz vertrete ich diese Positionen auch in den förmlichen Beteiligungsverfahren.
Was ich im Stadtrat erreichen will
Meine Themen ergeben sich ziemlich direkt aus dieser Arbeit:
Transparenz als Standard, nicht als Ausnahme. Öffentliche Ratssitzungen gehören ins Internet gestreamt, Ratsdokumente müssen leicht auffindbar und barrierefrei sein. Was ich bisher mit Anfragen und einer selbstgebauten Suche erreichen musste, sollte selbstverständlich sein.
Sorgsam mit Fläche umgehen. Neue Gewerbe- und Wohngebiete darf es erst geben, wenn Baulücken, Leerstände und Umnutzungen im Ort nachweislich ausgeschöpft sind. Die Graftlage zeigt, warum das kein theoretischer Grundsatz ist.
Eine Stadt, die sich nicht weiter aufheizt. Entsiegelung, Baumpflanzungen und Gründächer als Standard in neuen Bebauungsplänen – und Regenwasser, das vor Ort versickert, statt Hitzeinseln und Überflutungen zu begünstigen.
Eine Verkehrspolitik, die nicht nur ums Auto kreist. Sichere Rad- und Fußwege, auf denen auch Kinder eigenständig unterwegs sein können, und ein verlässlicher ÖPNV.
Digitalisierung, die den Menschen dient. Verwaltungsangebote, die online genauso gut funktionieren wie am Schalter – verständlich, barrierearm und datensparsam. Das ist seit über zwanzig Jahren mein Beruf, und ich weiß, dass es geht.
Und jetzt?
Ich verspreche keine Wunder. Kommunalpolitik ist mühsam, und ein einzelnes Ratsmitglied ändert nicht alles. Aber ich bringe mit, was ich beruflich und ehrenamtlich jeden Tag mache: mich in komplexe Unterlagen einarbeiten, unbequeme Fragen stellen und praktikable Lösungen finden.
Mehr zu den Zielen der Diepholzer Grünen gibt es beim Ortsverband Diepholz. Und wer mit mir über eines dieser Themen reden möchte: Die Kommentare sind offen, und ich bin auf Mastodon erreichbar.