Transkript zum Podcast

Und da nicht alle Audioportale, Podcastseiten und Streaminganbieter ein gutes Transkript liefern, hier mein eigen kuratiertes Transkript.
Transkribiert mit Whisper large-v3
Eigennamen und Erkennungsfehler korrigiert.

Sprecher: Reinald Schröder (Moderator), Florian Willnat (Gast).

[00:00:00] Reinald Schröder:
Hier ist Reinald Schröder mit Schröder Talk. Heute zu Gast Florian Willnat von den Grünen im Zuge der Kommunalwahlen in Diepholz. Guten Tag.

[00:00:19] Florian Willnat:
Hallo Reinald und herzlich willkommen an alle.

[00:00:21] Reinald Schröder:
Ja, dann legen wir mal gleich los. Ja, du bist Diepholzer?

[00:00:31] Florian Willnat:
Ich bin Diepholzer.

[00:00:32] Reinald Schröder:
Ja, und wir haben ja auch eine Beziehung sozusagen. Diepholzer hängen ja fast alle mit allen zusammen. Dein Vater hat ja jahrzehntelang, kann man sagen, bei der Zeitung gearbeitet.

[00:00:45] Florian Willnat:
Das ist richtig.

[00:00:45] Reinald Schröder:
Und insofern darf ich jetzt gar nicht dich zu hart anfassen. Kleiner Scherz. Ich fasse sowieso niemanden zu hart an, immer nur gerade richtig. Bisher haben wir immer nett uns hier unterhalten. Ich denke, das wird heute auch so sein. Aber kritische Fragen wollen wir ja durchaus diskutieren. Ja, also in Diepholz aufgewachsen und dann hier zur Schule gegangen.

[00:01:11] Florian Willnat:
Genau, also geboren bin ich nicht in Diepholz, sondern in Vechta. Aber gewohnt schon immer in Diepholz. Ich bin zur Schule gegangen, Mühlenkampschule. Orientierungsstufe gab es damals ja noch. Damals gab es sie noch, ja. Dann Gymnasium, dann gewechselt auf die Realschule und den Werdegang dann weiter. Zum Studium war ich dann ganz kurz in Osnabrück. Ah, ja. Und dann aber auch wieder zurückgezogen und bis jetzt seit 2005 durchgehend hier in Diepholz.

[00:01:39] Reinald Schröder:
In Diepholz. Und dann nach dem Studium, was war das für ein Studienfach?

[00:01:44] Florian Willnat:
Fachinformatik. Fachinformatik. Und danach gleich Berufseinstieg? Genau. Dann bin ich bei der Schöma angefangen als Systemadministrator.

[00:01:52] Reinald Schröder:
Das ist ja sozusagen hier unsere, wie darf man das nennen, Schmalspur-Lokomotivfabrik oder wie heißt das offiziell? Weltmarktführer.

[00:02:02] Florian Willnat:
Lokomotivfabrik. Also sie stellen nämlich nicht nur die Moorbahn her und das ist schon weltweit in deren Bereich.

[00:02:10] Reinald Schröder:
Ja, wird ja weltweit geliefert. Ist ja eine Weltmarktfirma. Das kann man ja sagen. Gut, jetzt vor ein, zwei Jahren gab es ein bisschen Probleme leider. Jemand anders hat die Firma übernommen. Zum Glück, ja. Und die wird aber weitergeführt. Genau. Das ist ja gut. Aber du bist eine Weile da gewesen, aber jetzt schon?

[00:02:30] Florian Willnat:
Ja, von 2005 bis 2015. Warst du da und inzwischen bist du bei? Ich bin jetzt mittlerweile bei der BASF in Lemförde.

[00:02:38] Reinald Schröder:
Ja. Du hast ja auch eine umfangreiche Biografie im Internet. Die werden wir auch verlinken bei den Shownotes, wie es immer so schön heißt. Da habe ich auch was von Lehre gelesen noch. Da hast du jetzt gar nichts von erzählt oder habe ich das falsch? Genau. Ich habe vorher, also nach meinem Schulabschluss, nach meinem Realschulabschluss, habe ich eine Lehre als Zimmermann gemacht. Ja, ja. Aber richtig mit Abschluss und allen Schikanen.

[00:02:59] Florian Willnat:
Ja, ja. Ich bin Zimmerergeselle. Ja, ja.

[00:03:01] Reinald Schröder:
Ja, habe ich auch gemacht. Also nicht Zimmermann, ich habe eine Druckerlehre gemacht. Aber ich bin der Meinung, wenn man das an unsere Jugend bei dieser Gelegenheit mitteilen darf, wenn man zwischen Schule und Studium was Praktisches macht, ist das nicht schädlich. Nein, auf keinen Fall. Das ist sehr gut, weil man dann weiß, wie es geht. Genau. Und was es in der Praxis für Probleme geben könnte und wie man die lösen kann.

[00:03:25] Florian Willnat:
Naja, also ich habe halt einen klassischen schiefen Lebenslauf. Der ist halt nicht gerade durch, wie man das so kennt. Wieso schief? Naja, schief im Sinne von häufig mal abgebogen. Ach so, um die Ecke. Ja, halt erst Gymnasium, dann Realschule, dann eine Lehre, dann Zivildienst, dann das Abitur nachgeholt und so weiter. Ach, das ist auch noch so.

[00:03:46] Reinald Schröder:
Ja, ja. Komm, das ist ja schon allerhand, aber dann zu nennen. Dann Studium, dann eben bei der Schöma und jetzt bei …

[00:03:55] Florian Willnat:
Bei BASF.

[00:03:56] Reinald Schröder:
Bei der BASF. Und wie … Wann hat das mit dem politischen Interesse … Oder war das auch von Anfang an da?

[00:04:05] Florian Willnat:
Also natürlich nicht von Anfang an. Als Jugendlicher habe ich mich da jetzt nicht so sonderlich für interessiert. Ganz klar … Also nicht ganz klar, aber … Ja, wann fing das an? Ich würde sagen, mit den Kindern. Also, wenn man Vater wird …

[00:04:17] Reinald Schröder:
Also hast du auch Kinder bis verheiratet? Genau. Also, ja, das ist gut.

[00:04:22] Florian Willnat:
Zwei Jungs. Und ja, da fing das so an, dass man sich dann doch eher Gedanken macht, was hinterlässt man dieser Welt, was hinterlässt man seinen Kindern. Ja, für mich. Ja, und doch, da habe ich mich dann auch schon etwas mehr für engagiert und interessiert.

[00:04:41] Reinald Schröder:
Und dann gleich bei den Grünen oder erst mal …

[00:04:44] Florian Willnat:
Parteimäßig war ich immer nur bei den Grünen, ja. Sowieso immer. Gar nichts anderes in Frage. Ja, ich habe auch schon mal das Kreuz an der einen oder anderen Stelle gemacht, aber bei früheren Wahlen. Aber ja, also parteipolitisch, dass ich in einer Partei war, nur bei den Grünen.

[00:04:57] Reinald Schröder:
Nur bei den Grünen. Seit wann dann ungefähr? Wann bin ich da eingetreten?

[00:05:02] Florian Willnat:
Ungefähr. Also, 21, 22. Ich war vorher schon mal irgendwie …

[00:05:08] Reinald Schröder:
In der Corona-Zeit sozusagen.

[00:05:10] Florian Willnat:
Genau, da bin ich wieder eingetreten. Ich war vorher schon mal kurz da. 18, 19. Also, 2018, 2019. Genau, aber dann wirklich auch in den Ortsverband eingetreten, aktiv an den Mitglieds-, Mitgliederversammlung teilgenommen. Dann ab 21 war das, glaube ich.

[00:05:26] Reinald Schröder:
Und auch schon im Vorstand, oder? Ich bin dann direkt auch in den Vorstand gewählt worden, ja.

[00:05:31] Florian Willnat:
Gleich, so. Da suchte man Nachfolger. Ja, und da habe ich mich dann bereit erklärt, ja.

[00:05:36] Reinald Schröder:
Jawohl. Aber im Stadtrat bist du ja noch nicht. Nein.

[00:05:40] Florian Willnat:
Das ist jetzt sozusagen der erste … Das ist der nächste Schritt. Versuch jetzt. Der erste Versuch.

[00:05:46] Reinald Schröder:
Du bist der Spitzenkandidat auf der grünen Liste, ne? Ja, das ist richtig, ja. Und da steht Solution Architect PLM. Da habe ich etwas gerätselt. Genau, das ist noch ein … Was ist das?

[00:06:00] Florian Willnat:
Das ist noch ein älterer Ausdruck. Wir haben das jetzt geändert zu Softwareentwickler. Ja, weil, ja, diese Fragen kamen dann auch innerhalb des Ortsverbandes. Was ist denn das überhaupt? Also, das ist die offizielle Bezeichnung, Solution Architect. Was heißt denn PLM? Das ist der Abschnitt. Product Lifecycle Management. Ja, es ist ein spezieller Begriff, aber so heißt der Job nun mal. Und da wir halt hier in Deutschland einen Job dazuschreiben müssen … Ach so, das muss man tatsächlich … … ist so gewollt von der Politik. Ja, okay. Gut. Ja, aber ich glaube … Also, mit Softwareentwickler, das, was dann jetzt im aktuellen Flyer drinstehen wird, damit können mehr Leute was anfangen.

[00:06:40] Reinald Schröder:
Das, auf jeden Fall, kann ich da auch mehr mit anfangen. Ja, bevor wir da dann nochmal stärker einsteigen in die Politik, vielleicht nochmal ganz kurz zwischengefragt, hobbymäßig warst du ja auch eine Zeit lang sehr aktiv im Schützenkorps, hast du mir erzählt. Ja. Ich bin ja seit über 25 Jahren im Schützenkorps. Dein Bruder ist mir da aufgefallen, der ist in der Bahnhofskompanie und du, aber warst auch in der Bahnhofskompanie.

[00:07:11] Florian Willnat:
Ich war auch in der Bahnhofskompanie und … Du bist irgendwie entgangen da. Ich war jetzt nicht im Bahnhofsvorstand, so wie mein Bruder. Der war im Vorstand von der Kompanie. Genau, aber ich war in der Kompanie. Ich bin dann aber eher zum Schießsportleiter gegangen. Also, da sind eher den Schießstand geleitet. Das habe ich später gemacht. Aber im Schützenverein war ich schon sehr lange. Ja. Bin auch damals Jungschützenkönig geworden.

[00:07:35] Reinald Schröder:
Ach, guck mal. Der Vater auch schon, oder?

[00:07:38] Florian Willnat:
Der Vater war im Verein, ja, aber ist nie Schützenkönig gewesen, nein.

[00:07:42] Reinald Schröder:
Ja, ja, weil dieser Schützen, ich hätte ja auch längst Schützenkönig werden müssen. Jetzt ist es wohl zu spät, man muss da ja sehr trinkresistent sein, habe ich gehört. Wenigstens als König, als König. Ich glaube, die Zeiten sind vorbei. Das ist heute auch nicht mehr so. Aber trotzdem, in meinem Alter ist es zu spät. Denn es sind ja, ich glaube, das erzählt fünf männliche Vorfahren direkt von mir, sind Schützenkönig hier gewesen. Der erste Adlerkönig war mein Ur-Urgroßvater, wenn ich da die richtige Anzahl von Urs dabei habe. Und insofern war es eigentlich immer der Anspruch, das muss fortgesetzt werden. Mein Sohn hatte sich auch schon bereit erklärt, dann wären wir sieben gewesen. Das ist absolut, gibt es wahrscheinlich auf der ganzen Welt nicht. Aber aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen ist mir das nicht gelungen, das zu schaffen. Weil einer sagt, ich habe auch gar nichts gegen Uniformen, aber trotzdem habe ich mir noch keine anschaffen können. Irgendwo hakt es da bei mir, ich weiß nicht wie. Aber irgendwo das Tolle am Schützenwesen, kann man ja allgemein sagen, ist ja das Demokratische. Da ist das ja egalitär, sage ich mal. Da kann ja jeder König werden. Ich glaube, jetzt ist der Leiter hier der Fleischtheke in einem Supermarkt, ist jetzt König. Das ist doch eine ganz tolle Idee. Das ist doch eine tolle Sache, dass jeder letztlich nach Fähigkeit, also er muss schießen können und treffen und so weiter, eben König werden kann. Und Kommandeur kann auch jemand werden, der ein einfacher Arbeiter ist oder was auch immer.

[00:09:19] Florian Willnat:
Das ist eigentlich eine schöne… Man muss allerdings männlich sein.

[00:09:23] Reinald Schröder:
Wie, in Diepholz aber nur, der Schützenkorps. Naja, es gibt halt schon andere Vereine. Es gibt schon den Maifeier Sankt Hülfe-Heede, wo ich ja jetzt wohne, da gibt es auch Damen. Ja, das stimmt. Da muss das nicht mal geändert werden. Ja.

[00:09:35] Florian Willnat:
Weiß ich nicht, wann sie es angehen, aber ich denke, dass sie es irgendwann angehen werden müssen. Müssen.

[00:09:39] Reinald Schröder:
Wie ist es denn bei den 53ern, den Separatisten?

[00:09:42] Florian Willnat:
Ja, da darf auch… Da dürfen Frauen… Ja, auf jeden Fall.

[00:09:45] Reinald Schröder:
Weil ich denke ja immer noch, wir müssen uns wieder vereinen. Aber dauert vielleicht auch noch ein bisschen. Na, dann werde ich mal zunächst Mitgliederversammlung gehen und den Antrag stellen, dass jetzt auch Frauen Schützenkönigin werden. Das geht ja so nicht weiter. Jawohl. Richtig.

[00:09:58] Florian Willnat:
Der Vollständigkeit halber muss aber gesagt werden, dass ich bin nicht mehr Mitglied im Schützenverein. Ja, gut. Weil meine hobbymäßigen Aktivitäten haben sich halt verlagert und deswegen bin ich da halt dann ausgetreten.

[00:10:12] Reinald Schröder:
Gut, ja. Gut, dann haben wir diese Hobbyseite des Schießsports auch noch näher verfolgt. Dann wollen wir jetzt mal in die Politik gucken. Also, du bist Spitzenkandidat für den Stadtrat. Die Grünen hatten ja bei der letzten Wahl 2021 hier in Diepholz 13 Prozent der Stimmen gekriegt und vier Sitze. Das heißt, wenn ihr wieder genauso viele Stimmen kriegt, sind alle drin. Alle vier. Aber vorsichtig gesprochen: Man rechnet nicht ganz fest damit, dass man wieder genauso viele Stimmen kriegt. Kann man das so vorsichtig sagen, oder soll man nicht so defätistisch sein?

[00:11:01] Florian Willnat:
Ja, man soll natürlich nicht so negativ denken. Aber 13 Prozent war schon ein sehr, sehr gutes Ergebnis. Das muss man schon sagen. Da hat der Ortsverband und auch Einzelpersonen sehr, sehr gute Arbeit geleistet hier in Diepholz.

[00:11:15] Reinald Schröder:
Und auch die Gesamtlage, glaube ich, war damals grünenfreundlich.

[00:11:20] Florian Willnat:
Ja, auch bundesmäßig. Auch die Ampel lief noch und so weiter. Das war alles ein bisschen freundlicher gesinnt. Wie viel Prozent wir jetzt hier erhalten, wissen wir noch nicht.

[00:11:31] Reinald Schröder:
Das wird man am 13.09. am Abend dann wissen. Und wer sind denn die anderen? Also dein Vater, Michael Willnat, ist ja an vierter Stelle. Genau. Der ist ja auch Rentner. Der ist Rentner. Der ist ja schon seit zehn Jahren, glaube ich, im Ruhestand. Und wer ist Jannis Dierkes?

[00:11:53] Florian Willnat:
Jannis Dierkes arbeitet beim Landkreis. Ach so. Genau. Ist halt… Verwaltungsbeamter und tritt auch für uns an.

[00:12:05] Reinald Schröder:
Und Joachim Strobl ist Geologe. Da assoziiert man ja sofort Wintershall.

[00:12:13] Florian Willnat:
Nein, ich glaube nicht. Nein, bei der Wintershall war er nicht. Er war oder ist auf der Suche nach einem Endlager. Also da arbeitet er gerade dran. Ach, guck mal, das ist schon ein Sucher. Bei der Gesellschaft zur Endlagersuche.

[00:12:28] Reinald Schröder:
Und ist er schon fündig geworden oder hat er nur herausgefunden, wie das sagt? Die meisten kommen nicht in Frage. Oder Diepholz.

[00:12:34] Florian Willnat:
Also beim aktuellen Stand kommen schon, also so wie ich das von ihm verstanden habe, er hat auch mal einen Vortrag bei uns gehalten. Jetzt letztens auch noch mal den Vortrag in Rehden. Ja, stand das in der Zeitung, richtig? Genau.

[00:12:45] Reinald Schröder:
Das war aber von ihm. Das hatte ich jetzt im Bewusstsein. Ah, das ist ja interessant.

[00:12:50] Florian Willnat:
Also laut den aktuellen Befunden wäre wohl eine Region rund um den Dümmer noch im Rennen. Ach, sag mal. Ja, es wird halt von der Seite, oder so wie ich das verstanden habe, dass halt erstmal komplett Deutschland erlaubt wäre und dann wird nach und nach geguckt, was nicht. Das ist der Plan. Genau. Dass man so… Dass immer mehr Gebiete rausfallen.

[00:13:09] Reinald Schröder:
Dass dann nicht mehr der Widerstand so groß ist, weil ausgerechnet, warum haben sie uns jetzt ausgesucht? Dann heißt es ja, wir hatten Kriterien. Wir haben alles andere ausgeschlossen. Es bleibt nichts mehr übrig. So ist ja die Idee in 50 Jahren. Oder wann ist das geplant? Was soll das anfangen?

[00:13:25] Florian Willnat:
Ein langfristiges Projekt.

[00:13:26] Reinald Schröder:
Ist ein sehr langfristiges Projekt. Also da ist er bis zur Rente beschäftigt. Das ist ja gut. Aber als Grüner muss man ja dann direkt mal fragen. Also grundsätzlich ist er damit einverstanden, dass man ein Endlager schafft.

[00:13:40] Florian Willnat:
Ja, also man kann es auch so sehen, dass er dann halt den möglichst besten rausfinden will.

[00:13:45] Reinald Schröder:
Weil das müssen ja jetzt, sag ich jetzt mal so, auch die Grünen einsehen, dass wir das Zeug irgendwie von der Oberfläche kriegen müssen. Das ist ja nun mal da. Wir haben ja keine Kernkraftwerke mehr am Laufen. Ob das klug war, da hin und endgültig da dicht zu machen, noch ein paar Jahre. Und weiterlaufen lassen sollen, das ist ja wieder eine andere Frage. Aber den Müll haben wir aus diesen Jahren. Ja, und da müssen wir uns auseinandersetzen. Und der muss von der Oberfläche eigentlich weg. Das ist nicht der günstigste Lagerort. Denn wir müssen davon ausgehen, dass wir ein paar zehntausend Jahre das sicher unter Verschluss halten müssen. Und was man bisher von Lagern unter der Erde gehört hat, war das allerdings auch nicht so eine ganz tolle langfristige Sache. Nachher war alles vermodert und verrostet. Nicht bei Asse. Irgendwie gab es doch so Sachen. Also man möchte ja wirklich, dass das auch dann funktioniert, vernünftig.

[00:14:39] Florian Willnat:
Diese Fässer, die waren ja auch nie darauf ausgelegt, dass die halten. Also das kann sich ja jeder ausdenken, dass die irgendwann verrosten. Es geht ja eher darum, einen Gesteinsraum zu schaffen, der sich dann um diese Fässer schließt. Also dass halt das Material rundherum dann als Container da ist.

[00:14:56] Reinald Schröder:
Gut. Und dass das nicht ins Kompass irgendwie kommt oder sonst wo hin. Ja, genau. Also darum finde ich diese… Also in die Biosphäre darf das sein. Das ist ja nicht gelangt.

[00:15:03] Florian Willnat:
Ja, ich finde diese Bilder von den verrosteten Fässern halt ein bisschen schwierig, weil die assoziieren ja halt, da liegen halt Fässer rum, die verrosten und die sind dann undicht. Aber der geschlossene Raum ist ja das Gestein drumherum. Das muss man ja sehen.

[00:15:16] Reinald Schröder:
Ja, aber wenn man jetzt sagt, oh, das war doch nicht so toll geschlossen, wir wollen das ja wieder rausholen, dann wird es schwierig.

[00:15:22] Florian Willnat:
Ja, ja. Darum muss man sehr genau suchen. Also das ist halt dann seine Aufgabe, da ein Lager zu suchen, was gut ist. Falls es das gibt.

[00:15:31] Reinald Schröder:
Das wäre natürlich auch mal ein interessantes Thema, aber das kommt dann nach der Wahl. Jetzt wollen wir jetzt mal sehen. So, ihr habt ganz umfangreiche Forderungskatalog. Das war ja ganz lustig. Wir kannten uns ja auch, also ich zumindest war, kannte dich, hätte dich jetzt nicht so erkannt. Das war ja ganz lustig. Kleine Werbe, Einschub wieder, unbezahlt, sage ich ja immer, Coworking Space haben wir in Diepholz. Ganz tolle Lokalität, wo sich jeder, da muss man auf die Seite, Coworking Space, Diepholz gehen, kann man Räume mieten für stundenweise, für den ganzen Tag, auch für den ganzen Monat. Ganz tolle Arbeit, eine kleine Küche ist da, Essen muss man selber mitbringen, Getränke auch, aber Wasser ist da, Geschirr, alles. Man kann da wirklich, das alte Agenda-Haus ist das übrigens, da wo die Küche ist, war unser Büro. Das langsam so in der Lohne versackte, also das Haus war dringend renovierungsbedürftig, das ist jetzt geschehen. Ganz toller Ort. Und da standst du vor der Tür, als wir dort unsere Vorstandssitzung vom Kulturring veranstalten wollten. Und da sprachen wir drüber, dann sprachst du mich an und dann kam raus, ihr wolltet da auch tagen, von den Grünen. Und dann habt ihr, während wir, wir haben in dem großen Raum, wir haben auch immer ein bisschen Essen dabei bei unseren Vorstandssitzungen, wir da tafelten und tagten, die in dem kleinen, in den Ratsstubenraum oder wie der da heißt, rauchten. Die Köppe konnte man nur sehen, hören konnte man nichts, saßt ihr da mit vier, fünf Leuten und habt das Programm entwickelt. Und als wir dann fertig waren, nach zwei oder mehr Stunden, saßt ihr da immer noch. Also es muss ganz was Tolles herausgekommen sein.

[00:17:24] Florian Willnat:
Das war nicht der einzige Tag, wo wir da saßen.

[00:17:26] Reinald Schröder:
Nein, das war noch nicht mal der einzige Tag, ich kann es mir denken. Also versucht, das mal so ein bisschen. Zu erklären, wo ihr so die Hauptverbesserungsmöglichkeiten oder Wünsche aus Sicht der Grünen seht.

[00:17:45] Florian Willnat:
Ja, also wir würden…

[00:17:47] Reinald Schröder:
Energie und Wirtschaft ist jetzt hier mal so das erste Thema.

[00:17:52] Florian Willnat:
Genau, da würden wir auf jeden Fall auf erneuerbare Energien setzen, die weiter noch auszubauen. Wir würden ganz gerne den Smart…

[00:18:00] Reinald Schröder:
Also von der Stadt her, ne? Von der Stadt noch mehr. Die Bürger müssen das ja selber machen, oder?

[00:18:06] Florian Willnat:
Genau, aber dass man zum Beispiel halt über die Stadtwerke halt… Die bauen ja jetzt auch zum Beispiel den großen Batteriespeicher, wo man sich als Bürger beteiligen kann. Dass solche Projekte mehr forciert werden, dass man die Stadtwerke dazu bringt, die Smart Meter weiter auszurollen oder mehr auszurollen.

[00:18:26] Reinald Schröder:
Smart Meter, das sind diese Zähler, die hin und her messen können.

[00:18:33] Florian Willnat:
Genau, also wenn man eine Photovoltaik… Photovoltaikanlage zum Beispiel hat, dann sollte man auch einen Smart Meter eingebaut bekommen.

[00:18:39] Reinald Schröder:
Genau.

[00:18:40] Florian Willnat:
Allerdings auch mit einem Smart Meter Gateway. Das heißt, dass diese Smart Meter auch hin und her, also Daten hin und her transferieren können und auch Daten aufnehmen können. Zum Beispiel Strompreise, dass man halt sehen kann, wann ist der günstigste Strompreis, um einzuspeisen. Wann ist der günstigste Strompreis, um mein Auto zu laden, falls ich ein Elektroauto habe. Dass das alles intelligenter wird.

[00:19:01] Reinald Schröder:
So intelligent ist unser Zähler noch nicht. Wir haben eine PV-Anlage, Speicher, Wärmepumpe, Elektroauto. Aber wir haben nur so einen, der misst, wie viel Strom man bezieht und wie viel man einspeist. Aber ich kann das nicht steuern. So intelligent ist er nicht. Aber das ist eigentlich der Plan. Ich sage mal so, mein Konzept oder meine Überlegung ist ja schon länger. Wir brauchen ja Speicher, das ist klar. Für die Zeit, wenn zu viel… Wenn zu viel Windstrom, Solarstrom erzeugt wird. Und gut, die Stadt, wir bauen jetzt da einen großen hin an das Umspannwerk, wenn ich das richtig sehe. Aber wir haben ja eine ganze Menge Speicher rumstehen. Nämlich die Autos in den Garagen, die Elektroautos. Ich habe einen 10 Kilowatt Speicher fürs Haus und 100 Kilowatt Speicher im Auto. Also käme es darauf an, dass man auch diese Autospeicher nutzt. Und dazu braucht man ein ganz cleveres Smart Meter.

[00:20:09] Florian Willnat:
Wenn man die dann auch öffentlich nutzen möchte, ja.

[00:20:12] Reinald Schröder:
Weil ich will dann einspeisen, wenn ich Geld verdiene und dann lade ich wieder auf, wenn es günstig ist. So ist das ein Puffer. Und ich verdiene noch was dran. So ist doch die Idee. Das ist die Idee, genau. Bei dem Smart Meter. So ein Ding brauche ich auch. Und wie kann das forciert werden? Also die Stadtwerke sollen das einfach verstärkt einbauen. Genau.

[00:20:34] Florian Willnat:
Ja, also ich habe das selber auch versucht. Ich habe zwar einen Smart Meter, aber keinen Gateway dafür.

[00:20:40] Reinald Schröder:
Ein Gateway ist diese Abfrage, also dass man praktisch online darauf zugreifen kann.

[00:20:45] Florian Willnat:
Dass die Smart Meter mit dem Stromnetz sprechen können oder mit dem, ganz genau bin ich da jetzt auch im Thema, oder technisch ist es nicht so tief drin, aber dass die halt kommunizieren können untereinander. Dass ich halt zum Beispiel mit meinem PV-Strom, den ich zu viel habe, meinem Nachbarn den Strom verkaufen könnte. Ja, das hat die Bundesregierung meine ich jetzt halt zugelassen, dass es dieses Modell geben darf.

[00:21:08] Reinald Schröder:
Das ist dann jetzt aber richtig kompliziert. Ja, solange die… Aber gut, wenn das technisch machbar ist, dann macht das ja durchaus Sinn, natürlich. Kann ich sogar die Stadtwerke noch unterbieten. Dann sage ich, bei mir ist der Strom etwas einen Cent billiger als bei den Stadtwerken, kaufe den bei mir. Aber ich habe natürlich nicht so viel.

[00:21:27] Florian Willnat:
Ja gut, also man muss dann schon auch einen Vertrag mit seinem Nachbarn entsprechend abschließen, dass das dann auch immer beim gleichen Preis ist. Das ist, ich glaube… Ja, ja, ja. Aber nicht, dass man da an dem variablen Markt teilnehmen kann. Das muss dann schon mit Verträgen entsprechend…

[00:21:41] Reinald Schröder:
Naja, aber insgesamt muss das so sein, dass man eben darauf reagieren kann, auf die Preise. Das ist schon richtig. Das ist ganz wichtig. Gut, das wären die Smart Meter und Photovoltaik. Und was soll noch auf diesem Gebiet in Energie und Wirtschaft passieren?

[00:22:03] Florian Willnat:
Ja, wir würden ganz gerne, dass… dass die Stadt eine kostenlose Energie- und Sanierungsberatung auch anbietet. Oder dass man irgendwie Möglichkeiten schafft, dass dies angeboten wird. Gerade halt auch für Menschen, die halt nicht so viel Geld dafür haben, die dann eventuell davor zurückschrecken, sich da beraten zu lassen.

[00:22:31] Reinald Schröder:
Ja, ich meine, das gab es ja mal. Es gab ja immer einmal die Woche, das war auch immer im Agendahaus, eine Energieberatung von Herrn Schierbaum. Ich meine, das war umsonst damals. Aber ich kann es jetzt nicht mehr mit Sicherheit sagen. Der ist ja Energieberater. Und das ist sicher eine Sache, die könnte man überlegen. Gut, gratis Energieberatung, jawohl. Und was ist noch geplant?

[00:23:01] Florian Willnat:
Ja, wir würden halt gerne auch durchsetzen, dass zum Beispiel die… Also jetzt im Punkt Energie, dass die… Dass die Maisanbau für Biogas nicht unbedingt auf Moorböden stattfindet.

[00:23:14] Reinald Schröder:
Aha, das ist schwierig. Ja. Kann man das spezifizieren? Wo wird in Diepholz auf Moorböden Mais angebaut? Sind in Diepholz nicht fast alle Moorböden?

[00:23:30] Florian Willnat:
Ich kann es nicht ganz genau sagen.

[00:23:33] Reinald Schröder:
Ja, Moorböden heißt ja, wenn ich das richtig fand, 90 Zentimeter noch Moor. Ich weiß nicht, ob es das in Diepholz noch gibt. Na gut, aber grundsätzlich, ich verstehe.

[00:23:45] Florian Willnat:
Das verbindet sich halt mit einem anderen Punkt, den wir dann halt noch haben, dass wir die Paludikultur auf den Moorböden vorantreiben möchten. Dass dort Schilfrohr zum Beispiel angebaut wird und halt kein Mais.

[00:24:03] Reinald Schröder:
Das ist ein sehr, sehr, sehr dickes Brett, mal vorsichtig gesprochen. Ich bin ja auch involviert in Moorwelten, bin da ehrenamtlicher Geschäftsführer. Da hat jetzt gerade die Moorkompetenzstelle, heißt es glaube ich, in Oldenburg, die haben dieses große Paludi-Förderprogramm vorgestellt. Wo, ich glaube, zwei Milliarden oder was den Landwirten vom Landwirtschaftsministerium kommt, dass zur Verfügung gestellt werden, um eben diese Paludikultur einzuhalten. Also Paludi heißt eben… Oder man muss es so sagen, die Moore sind Riesenkohlenstoffspeicher. Wenn die trockengelegt werden, zersetzen sie sich, CO2 wird frei. Das passiert natürlich beim Maisanbau, aber auch bei Wiesennutzung ist das so. Deshalb versucht man, und das haben wir auch Forschungsprojekte gemacht, bei den Moorwelten ist ganz klar, je höher der Wasserstand, desto besser. Und jetzt ist die Frage, kann man dann noch landwirtschaftlich arbeiten, wenn 20 Zentimeter unter Oberfläche das Wasser steht. Da kann man Wasserbüffel einsetzen, das machen die Freistätter, ist eine nette Sache. Und man kann Torfmoos anbauen, da haben wir selbst eine Versuchsfläche. Da muss man mit Pistenbullys darüber, damit die nicht schwupp verschwinden im Moor. Und man kann Schilf und sonstige Sachen anbauen. Aber ich will jetzt da keinen abschrecken, die Landwirte sollen sich da gerne informieren. Und danach gucken, man kann natürlich nicht 10 Hektar vernässen. Und sagen, ich mache jetzt Paludi auf 10 Hektar, kriege ich das Geld. Da muss man natürlich ein ganzes Areal haben. Wenn einem das nicht alles selber gehört oder gepachtet hat, dann braucht man ein Areal, das man räumlich auch tatsächlich dann vernässen kann. Das kann man ja nicht in Kleinflächen machen. Das ist ein ungeheuer schwieriges Verfahren. Da behaupte ich jetzt mal so, da kann die Stadt Diepholz fast gar nichts machen. Das ist Landkreis, Landwirtschaft, so.

[00:26:18] Florian Willnat:
Aber die Stadt Diepholz kann darauf hinwirken auch im Landkreis. Also es ist ein Riesenprojekt, ja. Aber wenn man sagt, das wird nicht klappen, weil es ein Riesenprojekt ist, das ist ungeheuer schwierig.

[00:26:35] Reinald Schröder:
Und ich sehe noch nicht, was die Stadt da machen kann. Aber gut, das könnt ihr ja. Man kann ja dann feststellen, wenn ihr drin sitzt, dann müsst ihr halt mal mit der Verwaltung sprechen und mal fragen, was man machen kann. Die Erfahrung, die ich nur gemacht habe, es ist immer gut, wenn man sich vorher informiert, wie realistisch irgendwas ist. Das hat wenig Zweck, sage ich jetzt einfach mal so, als Rat irgendwelche Anträge zu stellen, weil es sich gut anhört. Natürlich, Moorschutz hört sich immer gut an, auch für mich. Aber es muss im Rahmen dessen sein, was im Moment läuft, und was realistisch ist, und was machbar ist. Und man muss auch die Akteure rausfinden, in diesem Fall sind es die Landwirte. Letztlich müssen privatwirtschaftlich arbeitende Firmen, nämlich Landwirtschaftsfirmen, müssen sagen, jawohl, ich kann mir vorstellen, damit auch Gewinne zu erwirtschaften, indem ich diese Zuschüsse mit benutze, weil betriebswirtschaftlich rechnet sich das natürlich nicht, das ist klar. Aber wenn man Zuschüsse kriegen kann, dann könnte es ja sein, letztlich muss man diese Akteure davon überzeugen, dass sie das machen, dass sie sich zusammenschließen und dann gemeinsam sowas angehen. Das wäre natürlich eine tolle Sache, wenn man das schaffen würde. Gut, jetzt habe ich wieder so viel geredet, sorry.

[00:27:53] Florian Willnat:
Da kann man ja als Stadt dann auch schauen, was man für Weichen stellen kann in die Richtung. Man muss das ja nicht, also nur weil wir es fordern, muss es ja nicht direkt umgesetzt werden, aber man kann ja dadurch Weichen stellen. Und schon mal diesen Gedanken auch bei Landwirten pflanzen, vielleicht kommt daraus ja so ein Weg.

[00:28:12] Reinald Schröder:
Ja, man könnte eine Kommunikationsveranstaltung zum Beispiel in Diepholz machen. Zum Beispiel, ja. Und da jemanden aus Oldenburg von diesem Kompetenzzentrum, die das letztlich vergeben, mal einladen, dass sie das vorstellen sollen. Also in Moorwelten haben sie es vorgestellt, in verschiedenen anderen Orten. Aber man kann natürlich mal sagen, kommt mal her hier, müssen wir natürlich mit dem Landvolk absprechen, dass sie auch da ihre Landwirte aktivieren, dass sie da hinkommen, sich das mal anhören. Wenn das machbar ist, denn dieses Projekt läuft zurzeit, da ist viel Geld, es ist dafür bereitgestellt worden. Genau. Wenn da Leute anspringen und wenn das klappt, dann wäre das eine tolle Sache. Ja, das stimmt. Gut. Und weiterhin auf diesem Gebiet Windkraft. Wie sieht es mit Windkraft aus?

[00:29:04] Florian Willnat:
Ja, gerne. Windkraft ist immer noch besser als alles, was irgendwo verbrannt wird.

[00:29:08] Reinald Schröder:
Ja, kann man das so einfach sagen. Ja. Ja, aber das Problem ist ja, wir haben jetzt elf Anlagen neu gekriegt innerhalb der letzten zwölf Monate. Vier weitere sind jetzt im Bau an der Grenze zu Lemförde. Ich sehe das immer gerne. Ich führe jetzt, wenn man das sieht, diese im Bruch, diese, wie viel sind das jetzt? Da sind ja noch Altanlagen dahinter, 20 Anlagen, wenn die sich dann so durcheinander, drehen, ich finde das ganz toll. Ich fahre da sehr gerne durch, fotografiere das, auch wie das gebaut wird, ganz klasse. Aber wir haben dann, wenn die fertig sind, 80 Megawatt Peak Stromleistung, wenn richtig Wind weht. Und wir verbrauchen maximal 20 Megawatt in der Stadt selber Strom. Und wir haben noch Solar und so weiter und so weiter. Das heißt, wir erzeugen dann viel zu viel Strom.

[00:30:05] Florian Willnat:
Dafür sind dann ja die Stromtrassen da, die das dann halt in die Gebiete transferieren. Die das dann benötigen. Das ist halt ein Stromnetzausbau-Thema, da kann die Kommune jetzt auch nichts dran machen.

[00:30:19] Reinald Schröder:
Nein, das läuft ja auch. Also bei uns ist ja ausgebaut, wie weit das dann nach Süden geht, weiß ich noch gar nicht. Dass irgendwann in Bayern und Baden-Württemberg ankommt, weiß ich nicht.

[00:30:29] Florian Willnat:
Ja, aber generell sind wir halt eher dafür, also wenn wir hier mehr Windkraft aufbauen, dann bitte als Bürgerenergie. Also, dass halt sich Bürger auch beteiligen können. Oh, ja. Dass alle an den Gewinnen der Windkraft und des Stroms halt dann auch partizipieren können.

[00:30:45] Reinald Schröder:
In Wagenfeld ist das ja so gemacht worden, da mit dem neuen Windpark. Der hat das verfolgt und in Brockum soll es auch geschehen, hat Frau Schult berichtet. Also die Gemeinden sollen sich auch daran beteiligen. Da kam jetzt nur Wasser in Wein durch Stemwede. Die haben nämlich gesagt, ihr baut da neue Windanlagen in Brockum, sehr schön. Fast an die Gemeindegrenze, ja, aber unsere Bebauung ist nur 600 Meter weg. Überlegt euch das nochmal, nicht so. Also man muss natürlich auch die Nachbarn dann mit berücksichtigen, das ist das Problem. Naja, ich will auf was anderes hinaus oder nicht auf was anderes. Aber ich sage mal ganz pro, na, dezidiert, ohne Gasheizung, ohne Gaskraftwerke kriegen wir die Energiewende nicht hin. Ist das so? Ja, das ist so. Und zwar nicht, aus meiner Sicht, nicht in erster Linie, klar, jetzt zum Übergang als Aushilfskraft, wenn nicht genug Wind weht und nicht die Sonne scheint, dass man die dann anwerfen kann, dass man überhaupt noch Strom hat. Stichwort Dunkelflaute. Das ist bei mir gar nicht der Rettungsgedanke. Der Rettungsgedanke ist, wir können den Stromverbrauch oder die Erzeugung von Strom und den Verbrauch, auch nicht im Rahmen des Stromnetzes allein hinkriegen. Das ist nicht mehr möglich. Dafür wird im Extremfall jetzt schon viel zu viel Strom erzeugt und wir können auch nicht Strom sehr lange speichern, höchstens ein paar Stunden oder einen Tag oder zwei. Das heißt, wir brauchen ein Speichermedium, das vom Sommer zum Beispiel in den Winter funktioniert. Und in meiner Vorstellung kann das nur ein Gas sein. Das heißt, die überschüssige, mit der überschüssigen Elektrizität muss ein Gas, ob das jetzt Wasserstoff ist oder Methan, dazu kenne ich mich da technisch gar nicht aus. Wir haben hier den größten Gasspeicher Europas, in Rehden ist er bekannt. Also es ist gar kein Problem, das dann zu speichern und dann könnte man auch weiter Gasheizung benutzen. Denn wir sind jetzt hier am Überlegen, ich zähle jetzt unheimlich viel, tut mir leid, muss dann auch mal wieder dazwischen funken, aber weil ich mich da intensiv mit beschäftige, die Stadtwerke bauen ja diesen Nachgang. Nahwärme, Nahwärmebereich aus, hier mit Hackschnitzel, Kraftwerk und Wärmenetz. Und da überlegen wir hier, ob wir uns hier mit den Miethäusern anschließen wollen. Und das ist eine sehr hohe Investition. Und wir sind gleichzeitig am Überlegen, das mit Wärmepumpen zu machen. Nicht jetzt und nicht unbedingt in diesem oder im nächsten Jahr, aber mittelfristig, irgendwann muss man das ja mal angehen. Und auch das eine Rieseninvestition. Rieseninvestition, das kann man sich einfach ausrechnen, dass das allein für so einen Ort wie Diepholz überhaupt nicht möglich sein wird. Weder haben die Hauseigentümer das Geld, um das überall machen zu können, noch haben wir Handwerker in dem Umfang, die das einbauen könnten. Das heißt, wir können auf unser Gasnetz, auf unsere Gasheizung nicht verzichten. Wir müssen nur Gas mit regenerativer Energie herstellen. Dann ist das ja überhaupt kein Problem mehr.

[00:34:13] Florian Willnat:
Also bei Wasserstoff bin ich dabei. Das kann durchaus für bestimmte Fälle eine gute Lösung sein. Bei Methan nein.

[00:34:22] Reinald Schröder:
Warum nicht? Was ist gegen Methan zu sagen?

[00:34:25] Florian Willnat:
Naja, es erzeugt halt Treibhausgase, das Verbrennen von Methan.

[00:34:30] Reinald Schröder:
Ja, aber es wird ja erstmal Treibhausgase aus der Atmosphäre gezogen.

[00:34:37] Florian Willnat:
Wie soll das funktionieren?

[00:34:37] Reinald Schröder:
Um das herzustellen. Wie das jetzt technisch funktioniert, weiß ich nicht. Aber es wird ja durch regenerative Energie, also durch den Strom, ein Gas erzeugt. Das heißt, das Kohlendioxid, was dann in dem Gas drin ist, wurde ja vorher aus der Umwelt rausgeholt. Also das ist ein geschlossener Prozess, ganz genau wie Holz oder sonst noch was.

[00:34:59] Florian Willnat:
Ja, aber bei Holz zum Beispiel ist es halt so, die Pflanze speichert das über 50, 60, 70 Jahre, je nachdem, wie lange der Baum wächst. Und dann wird es innerhalb von zwei, drei Monaten verbrannt. Und dann ist es wieder drin.

[00:35:14] Reinald Schröder:
Ist das auch ein Problem? Naja, es ist… Denn wir machen jetzt hier einen Hackschnitzelwerk nach dem Motto, das ist regenerativ, CO2-neutral.

[00:35:23] Florian Willnat:
Offiziell zählt das ja auch als regenerativ… CO2-neutral. Ja, kann man so sehen. Sehe ich halt anders, weil es wird halt wieder CO2 in die Umwelt geschubst.

[00:35:34] Reinald Schröder:
Ja sicher, aber es wurde doch vorher der Umwelt entzogen durch die Bäume. Das ist doch… Das ist doch…

[00:35:40] Florian Willnat:
Ja, wir haben den gespeicherten, das gespeicherte CO2 von über 60, 70 Jahren, hauen wir innerhalb von einer Woche wieder raus. Und wir haben nicht genügend… Also klar, wenn wir jetzt alle Moorflächen wiedervernässen, die halt das CO2, was dann durch das verbrannte Holz rausgeschubst wird, wieder auffangen würden. Aber diese großen CO2-Senken sind halt nicht da. Von daher sehe ich das Holz als… Klimaneutrales Verbrennungsmittel sehe ich kritisch, ja.

[00:36:17] Reinald Schröder:
Ja gut, da muss man dann nochmal genauer energetisch durchdenken. Also für mich sind alle Stoffe, die eben zum Beispiel durch Sonnenenergie, wie bei Holz, der Umwelt das CO2 entziehen oder eben wenn es durch elektrische Energie geschieht, ist dann neutral. Wenn es danach wieder verbrannt wird, ist das ein… Also natürlich gibt es… Es gibt ja Verluste dabei, aber vom Prinzip her ist das ein neutraler Prozess. Es ist eine Kreislaufwirtschaft, das ist genau das, was wir brauchen. Aber gut, das sind jetzt technische Details, da wollen wir jetzt auch nicht das überfordern. Aber ein Problem ist ja, du sprachst das an, mit dem Maisanbau. Okay, das sollte man nicht machen. Aber wir haben ja auch Firmen in Diepholz, die Biogas machen, die es zum Beispiel mit Gülle machen. Das halte ich auch für eine ganz hervorragende Sache, weil du die Gülle dann auch… Ja. …auch nicht mehr eins zu eins auf die Felder kippen musst, so wie es jetzt der weiß. Gut, man hat natürlich nachher einen Restkonzentrat, der muss trotzdem dann irgendwo als Düngemittel verwendet werden. Aber du hast eine ganze Menge Energie gewonnen, Strom und Wärme.

[00:37:27] Florian Willnat:
Also ich bin auf jeden Fall dafür, dass weniger Gülle auf die Felder kommt, wenn die das zur Energiegewinnung benutzen, gerne. Ich weiß halt nicht ganz genau, was dann mit dem Rest, der noch überbleibt, passiert und wie schädlich das dann noch ist. Da sitze ich nicht ganz…

[00:37:41] Reinald Schröder:
Ja, aber da gibt es bestimmt genauste Vorschriften. Ja. Aber die Stadtwerke überlegen ja eben, dass man dieses Biogas sozusagen, was da hergestellt wird, eben ins Netz einspart. Ja, richtig. Das halte ich auch für eine sehr, sehr gute Sache. Ja, das ist ja auch… Wieder bei der Gasheizung.

[00:38:00] Florian Willnat:
In der kommunalen Wärmeplanung ist das ja auch mit Thema. Ich weiß noch nicht, also die Preise, die dort angegeben sind, die Schätzpreise für die Zukunft. Also geht… Wenn man davon ausgeht, dass sich halt pro Jahr so und so viel Prozent der Bürger in Diepholz für eine Wärmepumpe entscheiden und der Trend geht ja ganz klar in Richtung Wärmepumpe, dann… Bei Einfamilienhäusern, denke ich, ist das… Einfamilienhäuser, aber auch mehr… Also ich denke auch, dass irgendwann Vermieter auch auf diesen Zug aufspringen und Wärmepumpen installieren, solange sie Dachfläche für PV haben. Weil in der Kombination PV und Wärmepumpe ist das schon eine gute Kombination. Also das ist wirklich sinnvoll. Das ist wirklich sinnvoll, auch das zu tun. Aber das ist jetzt erst mal…

[00:38:44] Reinald Schröder:
Das ist eine ganz andere Hausnummer, wenn du ein Mehrfamilienhaus hast. Ein Einfamilienhaus, denke ich, Neubau ohne Wärmepumpe, Solardach, gibt es in Diepholz gar nicht mehr. Das ist Standard. Ja, genau. Und auch bei Älteren wird das zunehmend umgerüstet. Wir haben das auch gemacht. Das kann man nur dringend empfehlen. Das ist die beste, einfachste Variante.

[00:39:04] Florian Willnat:
Das wird dann auch beim Neubau von Mehrfamilienhäusern, wird es sicherlich auch in die Richtung gehen? Neubau, ja. Ja, und ich kann mir… Ich kann mir auch gut vorstellen, dass halt irgendwann vielleicht auch mal ein Sanierungsprogramm oder Förderprogramm der Regierung kommen wird, die dann halt auf, gerade auf Mehrfamilienhäuser und Vermieter zählt.

[00:39:24] Reinald Schröder:
Die Tücken stecken, jetzt mal, wir kommen jetzt wirklich ins Detail, die Tücken stecken halt im Detail. Wenn du zu Hause ein Solardach hast, ist ja der Witz, dass du den Strom selber verbrauchst. Weil vom Einspeisen kriegst du heute kein Geld mehr. Das war am Anfang eine Gelddruckmaschine, klar. Kriegst du… So richtig schön bezahlt, aber wenn du das später gemacht hast, die 7 Cent, da kannst du keinen großen Sprung machen. Das heißt, du siehst zu, dass du den Strom möglichst selber verbrauchst. Wenn du ein Elektroauto hast, umso besser kannst du damit auch noch den Transport dir praktisch umsonst genehmigen. Aber das kannst du beim Mehrfamilienhaus nicht machen. Weil die Mieter sind nicht verpflichtet, diesen Strom abzunehmen. Das ist das Problem. Wenn es da… Wenn es da eine Regelung gäbe, dass die Mieter… Aber dann heißt es wieder, die bösen Vermieter wollen jetzt auch noch Geld verdienen mit dem Solarstrom. Nein, geht gar nicht. Das ist das Problem. Ich kann den Strom… Der Witz ist ja, die Wärmepumpe braucht den Strom im Winter. Da heize ich. Da erzeuge ich auch fast keinen Strom. Ein Solardach erzeugt den Strom hauptsächlich im Sommer. Das haben wir jetzt schon festgestellt. Und wenn dann die ganzen Mieter den nicht brauchen, weil sie es woanders herkriegen, dann… Und du speist das ein, der lohnt sich keinen Solardach mehr.

[00:40:46] Florian Willnat:
Mieter haben dann auch eventuell irgendwann, oder MieterInnen, ein Elektroauto, was sie laden wollen, das man dann auch direkt zu Hause laden könnte. Also ich denke, dass sich das in Zukunft noch wandeln wird.

[00:41:00] Reinald Schröder:
Die Idee ist gut, da bin ich auch sehr dafür.

[00:41:01] Florian Willnat:
Aber ein anderer Punkt wäre ja noch, wovon wir jetzt ja weggekommen sind, halt mit den Gasheizungen und dem Gasnetz. Und auch die Preise dann für das Gasnetz. Wenn halt immer mehr… Wenn mehr Wärmepumpen existieren, gibt es immer weniger Gasanschlüsse. Und das Gasnetz zu betreiben wird teurer, wird viel teurer werden. Und auch diese Kosten müssen dann halt auf die wenigen Endkunden runtergebrochen werden, die dann noch Biogas eventuell darüber beziehen wollen. Das wird schwierig.

[00:41:33] Reinald Schröder:
Das wird eine schwierige Umstellungsphase. Das sehe ich auch so. Aber gut, wir müssen das irgendwie hinkriegen. Das sehe ich auch so. Und ja, haben wir dann Energie und Wirtschaft die meisten Themen abgehandelt, kann man das sagen. Dann, oder?

[00:41:52] Florian Willnat:
Ja, also es steht halt noch, dass wir den Wochenmarkt auch stärken wollen. Ach so, ja gut. Da haben wir…

[00:41:59] Reinald Schröder:
Wie soll das gehen?

[00:42:00] Florian Willnat:
Ja, zum Beispiel, also einfach nur als Idee, dass man…

[00:42:05] Reinald Schröder:
Dass wir kaufen. Da kann man nur sagen, Leute, kauft doch einen Wochenmarkt. Das wäre die beste Stärkung. Ja, auf jeden Fall Werbung dafür machen.

[00:42:09] Florian Willnat:
Ich meine, die Stadt macht schon sehr viel Werbung dafür. Das ist schon okay. Ob man da eventuell noch was ändern kann an den Gebühren, die die Stände zahlen müssen oder an den Zeiten oder… Das muss man natürlich immer mit den Standbetreibern und Ausstellern dort halt im Dialog machen. Aber ich glaube, da kann man noch ein paar Punkte machen, die dort den Wochenmarkt stärken. Entweder für die Kunden oder auch für die Betreibenden.

[00:42:44] Reinald Schröder:
Ja gut, das wäre… Ja, wenn das klappt, nicht schlecht.

[00:42:47] Florian Willnat:
Da haben wir noch ein paar Ideen, die wir dann als Anträge reinbringen wollen.

[00:42:50] Reinald Schröder:
Ja, ach so, auch noch. Ja gut, dann habt ihr auch nichts zu tun. Sehr gut. Ja, und dann wären wir bei Natur- und Klimaschutz. Oh, wir haben hier ein volles Programm. Ich darf hier nicht mehr so viel reden, sonst schaffen wir das gar nicht. Ich sehe schon.

[00:43:03] Florian Willnat:
Ja, da ist natürlich bei uns ganz voran halt der Moorschutz, dass wir die Wiedervernässung von Moorböden doch halt auch weiter voranbringen wollen. Es wird schon viel getan. Auch hier in der Region. Aber das wollen wir halt keinesfalls vernachlässigen. Und da wollen wir weiter darum kämpfen, dass die Moore hier wiedervernässt werden. Das ist gut. Und halt, ja, der nächste Punkt wäre halt der Klimavorbehalt für Ratsentscheidungen. Das ist, glaube ich, auch eine ganz wichtige Stellschraube für den Klimaschutz in der Stadt.

[00:43:40] Reinald Schröder:
Also praktisch, dass jede Ratsentscheidung auf Klimaneutralität untersucht wird. Ja. Oder wie verstehe ich da.

[00:43:46] Florian Willnat:
Genau.

[00:43:47] Reinald Schröder:
Irgendwann, wo habe ich das gehört oder gelesen? Das Bundesverfassungsgericht hat das ja der Regierung schon ins Stammbuch geschrieben. Sie müssen jedes Gesetzesvorhaben daraufhin prüfen.

[00:43:59] Florian Willnat:
Das ist vom Bundesverfassungsgericht so entschieden worden, ja.

[00:44:02] Reinald Schröder:
Das muss aber eine Stadtverwaltung noch nicht.

[00:44:04] Florian Willnat:
Soweit ich weiß, nicht.

[00:44:05] Reinald Schröder:
Also dann entscheidet ihr das jetzt. Gut.

[00:44:08] Florian Willnat:
Wir würden es gerne halt damit reinbringen, ja. Ob es dann im Rat so entschieden wird, das ist immer noch eine andere Sache. Ja. Gut.

[00:44:19] Reinald Schröder:
Ja. Baumschutzsatzung soll kommen.

[00:44:23] Florian Willnat:
Ja, wir haben ja eine freiwillige Baumschutzsatzung oder eine alternative Baumschutzsatzung, so heißt es ja. Aber wir würden doch gerne eine echte Baumschutzsatzung für Diepholz vorantreiben. Ja, es wird halt von der Verwaltung immer gesagt, das ist ein sehr hoher Aufwand, so eine Baumschutzsatzung zu führen und auch ein jährlicher…

[00:44:42] Reinald Schröder:
Ja, dann muss man, glaube ich, alle Bäume erfassen.

[00:44:44] Florian Willnat:
Erfassen und auch immer wiederkehrend erfassen. Ja, und nachprüfen. Und das ist, es ist ein Aufwand, aber Bäume sind in Diepholz ein hohes Gut. Also das ist, man kann das sehen, also wir haben im Vergleich zu allen Nachbargemeinden, Vechta, Lohne, Damme, Sulingen, Barnstorf auch, haben wir einen sehr, sehr hohen Baumbestand in Diepholz. Im Ort selber. Ja.

[00:45:10] Reinald Schröder:
Weil an sich ist ja die Gemeinde Diepholz baumarm aufgrund der Moorflächen und so weiter.

[00:45:16] Florian Willnat:
Richtig, aber im Stadtgebiet haben wir… Ja, haben wir sehr viele Bäume und auch Grünflächen und, also gerade die Bäume möchten wir halt durch so eine Baumschutzsatzung noch besser schützen.

[00:45:29] Reinald Schröder:
Schlossturm ist, worauf man ja jetzt wieder klettern kann, sieht man Diepholz ja gar nicht vor lauter Bäumen. Ja, aber das ist auch gut. Also die Häuser sieht man ja kaum nur, was da so rausragt, weil alles grün ist.

[00:45:42] Florian Willnat:
Bäume geben Schatten. Und gerade jetzt haben wir in den heißen Wochen, oder die jetzt vielleicht auch noch wieder vor uns liegen, jeder braucht Schatten irgendwie, Beschattung. Eine Asphaltfläche wird, ich weiß nicht wie heiß, teilweise schmilzt es, weil es zu heiß ist. Und jeder Baum gibt Schatten und…

[00:45:58] Reinald Schröder:
Ja, natürlich, sehr viele Bäume. Allerdings würde ich jetzt mal vorsichtig sagen, in Diepholz besteht jetzt gerade nicht die Gefahr, dass hier massenhaft Bäume abgeholzt werden, so sage ich mal.

[00:46:11] Florian Willnat:
Jetzt keine unmittelbare Gefahr, aber das heißt ja nicht, dass das kommen könnte. Und da wollen wir halt entgegenwirken. Ja, gut.

[00:46:21] Reinald Schröder:
Ja, und noch weitere Programme, Förderprogramm Naturnahe Gärten, ja, haben wir hier draußen. Hast du vielleicht gesehen, ist ja naturnah. Frau Gatzemeier, wenn das zu weit auf dem Bürgersteig ausartet, ist dann nicht begeistert, aber dann machen wir es wieder ein bisschen frei. Aber ja, gut, das soll noch gefördert werden, sowas. Jawohl, bin ich auch dabei.

[00:46:49] Florian Willnat:
Ja, wer halt seinen Garten umgestalten möchte, kann halt. Und wie auch immer diese Förderung dann aussieht, das muss man dann natürlich im Rat ausgestalten oder die Verwaltung gestaltet das aus. Aber da möchten wir schon, ja, ein Förderprogramm aufsetzen. Es gab das schon mal, dass ein Wettbewerb gemacht wurde. War eine, da war schon mal sowas. Genau, und auch, es gab auch dieses Urteil gegen Schottergärten, das halt…

[00:47:18] Reinald Schröder:
Ah, diese Brüten. Schottergärten, das Todes oder wie auch immer. Ja, genau.

[00:47:23] Florian Willnat:
Die Verwaltung schreibt ja auch schon in…

[00:47:24] Reinald Schröder:
Ist aber auch inzwischen in Diepholz nicht mehr so erlaubt, so Schottergärten.

[00:47:28] Florian Willnat:
Genau, wenn neue Baugebiete ausgeschrieben werden, steht auch immer drin, Schottergärten sind nicht erlaubt. Das ist auch sehr gut, finde ich wirklich gut, aber es gibt ja noch viele Schottergärten und wenn man da jetzt ein Förderprogramm anbietet und ein Besitzer eines Schottergartens entschließt sich vielleicht doch dann durch so ein Förderprogramm diesen zu entfernen, das wäre doch super für alle.

[00:47:51] Reinald Schröder:
Ja, Mensch, jetzt muss ich aber aufpassen, das ich nicht nachher auch noch die Grünen wähle. Wenn das alles so meinen Vorstellungen entspringt. So, und Mähroboter sollen auch nicht eingesetzt werden in der Nacht. Die sollen ja angeblich den Igeln so übel zusetzen.

[00:48:06] Florian Willnat:
Nicht nur Igeln, also auch Igeln und anderen nachtaktiven Tieren, ja, und das möchten wir einfach halt schützen. Es gibt mittlerweile, wenn man, ich glaube, neue Mähroboter kauft, dann haben die schon auch direkt so Zeittabellen drin, wann die fahren und nicht fahren, dass man das einspeisen kann. Aber generell wehren wir dafür, dass sowas halt vorgegeben wird.

[00:48:29] Reinald Schröder:
Das wäre jetzt, ich wollte gerade sagen, wo sind denn die Verbote? Die Grünen sind doch die Verbotspartei, da haben wir endlich mal ein Verbot. Das ist unser Verbot, ja. Sehr gut. Und das Nächste natürlich auch, da raste ich natürlich aus.

[00:48:40] Florian Willnat:
Das ist kein Verbot. Bitte? Ach so, erzähl erst mal, wo du ausrasten möchtest.

[00:48:45] Reinald Schröder:
Jetzt sind wir mal bei Mobilität. Das war der Punkt, wo ich gleich die Decke gegangen bin und sagte, Tempo 30 in ganz Diepholz, ich glaube es hackt. Ich mit meinem Fahrrad. Ich fahre 40 mit meinem Fahrrad, das geht gar nicht. Ich kann doch nicht mit 30 durch eine Stadt schleichen hier mit meinem Fahrrad. Da meine ich mit, das gibt es nicht. Nein, das ist jetzt scherzhaft nur gesprochen. Wir haben ja aber in den meisten Straßen, haben wir ja schon Tempo 30.

[00:49:08] Florian Willnat:
Naja, wir haben in vielen Straßen 30. Wir haben jetzt hier temporär im Bereich der Bahnhofstraße Tempo 30. Das ist aber nur ein Projekt, was auch wieder aufgehoben werden kann.

[00:49:21] Reinald Schröder:
Aber wenn ich jetzt da die Überführung über die Bahn Hindenburgstraße, diese tolle Rennstrecke, die jetzt so ausgebaut wird. Wenn ich da, da kann ich 40, 50 kann ich da fast erreichen mit meinem Fahrrad. Und dann darf ich nur noch, das kann ich gar nicht so langsam da runterfahren. Also da muss Frau Gatzemeyer mich immer aufschreiben. Kann ich auch nichts machen.

[00:49:43] Florian Willnat:
Naja, also erst mal ist das halt eine Forderung. Was dann natürlich umgesetzt wird, ist auf dem anderen Blatt. Aber die Vorteile dessen liegen auf der Hand.

[00:49:52] Reinald Schröder:
Es geht ja gegen Autos. Wer fährt schon so schnell? Wer fährt wie ich?

[00:49:55] Florian Willnat:
Nein, es geht halt nicht generell gegen Autos, sondern es geht halt für die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Welche Fußgänger und Radfahrer sind. Und auch Anwohner. Der Lärm wird weniger. Ich wohne in einer kleinen Nebenstraße und dort ist 50 erlaubt. Und wenn dort halt hochmotorisierte Autos durchfahren, es ist halt sehr laut. Motorräder. Motorräder auch, ja. Aber es ist halt dann sicherer. Schöner, leiser für alle. Und trotzdem kommt man immer noch gut ans Ziel. Es haben mehrere Städte ja schon vorgemacht und es ist in allen Städten auch im Nachhinein durch Umfragen auch nur positiv gewertet worden. Es ist ein Punkt, den man angehen sollte. Ob es dann eventuell noch. Ja, egal. Also wir fordern das erst einmal.

[00:50:56] Reinald Schröder:
Also Hindenburgstraße bis zur Überführung einer Grundschule muss frei bleiben. Damit ich damit 50 runtersausen kann. Dann wird das die Reinald-Schröder-Klausel. Das ist die Schnellfahrstrecke, genau. Gut, kleiner Scherz.

[00:51:15] Florian Willnat:
Ja, und damit verbunden ist halt, dass wir halt fordern, dass ein Fuß- und Radverkehrskonzept für Diepholz erstellt wird. Fuß- und Radverkehrskonzept. Ja, dass wir anfangen hier in Diepholz die Verkehrsplanung von den schwächsten Verkehrsteilnehmern aus zu denken. Und nicht unbedingt davon ausgehen, Autos zuerst und Straßenbau zuerst. Und dann gucken wir mal, wo die Fußgänger und Radfahrer langkommen. Sondern wirklich von den schwächsten Verkehrsteilnehmern aus denken. Und das geht halt in unserer Sicht halt nur mit einem richtigen Radverkehrskonzept und Fußverkehrskonzept. Wodurch man dann halt Radverkehrsachsen definieren könnte oder auch echte Fahrradstraßen ausschreiben könnte an bestimmten Stellen. Gerade auf Schulwegen. Fangen wir an beim Philosophenweg, der halt eine gute Radstrecke für Diepholz ist. Allerdings immer noch unterbrochen durch eine Autoquerung, wo die Radfahrer halt keine Vorfahrt haben. Solche Punkte, das wären wirklich schnell umsetzbare Sachen, die man den Radfahrern, also womit man zumindest Schulwege sicherer machen könnte.

[00:52:25] Reinald Schröder:
Das gehe mir sehr entgegen, wenn man da einfach über… Überbrettern könnte vom Philosophenweg, das stimmt. Das ärgert mich, wenn ich da anhalten muss.

[00:52:34] Florian Willnat:
Also gerade die Schulwege, damit könnte man anfangen, die halt fuß- und radfahrkehr freundlicher zu gestalten.

[00:52:42] Reinald Schröder:
Gut, ja. Naja, bin ich mal gespannt, ob das alles so… Denn ihr müsst euch ja, da hilft ja alles nichts mit anderen Fraktionen dann irgendwie verständigen. Ist da überhaupt schon jemand mal im Rat gewesen? Ist da jemand im Rat gewesen von denen? Von uns jetzt? Von denen, die jetzt auf der Liste stehen? Doch nicht, ne? Alles komplett Neuling. Und eure Fraktionsvorsitzende hatten wir ja schon angedeutet, wenn sie… Ja, da braucht sie schon richtig Erfolg. Wenn sie Erfolg hat, wäre dann als Einzelkämpferin ja auch noch da. Gut, mit ihr, denke ich, solltet ihr euch ins Benehmen setzen dann. Und die hat ja auch noch Erfahrung, wie man… Hatte ein bisschen ja auch aus dem Nähkästchen geplaudert. Wie man, dass man nicht immer Erfolg hat oder meistens keinen Erfolg hat, wenn man in der Stadtratssitzung dann mit dem Antrag um die Ecke kommt und auf den Tisch knallt und sagt, hier, wir möchten jetzt gern das. Dann sagen natürlich alle anderen, Moment mal, das hätten wir erst gerne noch in der Fraktion besprochen. Dann muss es in den Ausschuss eigentlich auch erst und dann… Das heißt, und man muss auch vielleicht mit der Verwaltung sprechen, was ist denn überhaupt realistisch, gesetzlich? Arbeitsmäßig und so weiter. Aber wenn man das alles beherzigt, kann man was erreichen. Das habe ich als Bürger auch schon gemerkt. Also wohl in der Verwaltung als auch bei einigen Parteien kann man ganz vernünftig mit den Leuten sprechen. Wenn man das vorher macht.

[00:54:22] Florian Willnat:
Das werden wir auch. Also das ist halt schon auch ein…

[00:54:23] Reinald Schröder:
Nicht erst in der Sitzung. Ja, es gibt da so Spezialisten, will ich jetzt keinen Namen nennen. Brauchst du ja auch nicht, aber… Die das manchmal anders machen. Ja. Und sich dann beklagen, dass das sie nie Erfolg haben.

[00:54:36] Florian Willnat:
Nein, da setzen wir schon darauf, auch mit den anderen Parteien zu diskutieren, weil im Endeffekt wollen wir alle nur das Beste für Diepholz. Also hoffe ich zu mindestens. Kann ich für uns jedenfalls sprechen, aber da gehe ich auch mal von aus. Und da muss man sich dann natürlich mit den anderen Parteien, Fraktionen halt entsprechend zusammensetzen und da den besten Weg für Diepholz finden. Das ist halt, was ich eben schon sagte, das sind halt Forderungen in unserem Programm, dass die jetzt nicht zu 100 Prozent alle umgesetzt werden, dessen bin ich mir sicher. Aber wenn man diese Forderungen halt nicht anspricht oder auch nicht mit einbringt oder in Diskussionen mit einbringt, dann ändert sich halt nichts. Und wir möchten halt das Beste für Diepholz und versuchen das mit den anderen Fraktionen halt in Kommunikation umzusetzen.

[00:55:27] Reinald Schröder:
Also nach dem Motto, Politik ist dann auch Kompromissfähigkeit. Ja, natürlich.

[00:55:32] Florian Willnat:
Andere sprechen. Anders wird es nicht gehen.

[00:55:36] Reinald Schröder:
Politik ist Gespräch und Kompromiss, sage ich jetzt mal. Ja, natürlich. Und dann kann man auch was erreichen, wenn man da vernünftig spricht und auch zu Kompromissen in der Lage ist und da fähig. Willens, Willens muss man dazu sein, genau. So, ja, das waren jetzt ja schon etliche interessante Vorstellungen hier beim Thema Familie, Jugend, Soziales. Da sind ja auch einige Interessenten. Interessante Punkte. Was habt ihr denn da vor?

[00:56:09] Florian Willnat:
Ja, zum Beispiel möchten wir halt weiter an dem Make-Lab festhalten, was ja jetzt in dieser Legislaturperiode durch die Grünen-Fraktion, auch durch Bettina Kuhlmann halt, eingebracht wurde.

[00:56:20] Reinald Schröder:
Genau, da sprach ich mit ihr auch schon drüber. Ja. Ja, erzähl doch nochmal aus eurer Sicht, wie soll das aussehen?

[00:56:28] Florian Willnat:
Ja, dass halt ein Raum geschaffen wird, wo sich Jugendliche, auch frei entwickeln können und Sachen ausprobieren können, gerade im technischen Bereich. Viele denken zwar bei Make-Lab oder in manchen Städten heißt es dann Makerspace oder Fab-Lab, gibt verschiedene Begriffe dafür, dass dort halt 5-3D-Drucker stehen und Leute halt irgendwas in 3D drucken können und das war’s dann. Aber es ist eigentlich mehr, es ist eher eine Begegnungsstätte für Jugendliche, die Interessen haben. Also da kann es auch darum gehen, dass Jugendliche, die halt gerne mal basteln, gerne stricken, gerne sticken, gerne Sachen ausprobieren wollen, meinetwegen auch Musikinstrumente ausprobieren wollen, einfach, dass dort Räume zur Verfügung stehen, wo Menschen sich ausprobieren können, ihren Interessen nachgehen können, die sie vielleicht zu Hause, wo sie zu Hause halt nicht die Möglichkeit dazu haben. Ja.

[00:57:35] Reinald Schröder:
Also Bettina hat eben angedeutet, das könnte so funktionieren wie beim Coworking-Space, also man bucht sich da ein für einen bestimmten Raum, für eine bestimmte Zeit und dann kann man das Ambiente, was da ist, nutzen oder die Technik, die da voll ist. Und dann hat man auch eine Kontrolle, wer da wann drin ist, damit ich es richtig verstanden habe, soll es ja ohne Aufsicht funktionieren. Ne? Genau. Der Jugendlichen dann sozusagen unter sich, das heißt es sollen auch ältere Herrschaften rein dürfen.

[00:58:03] Florian Willnat:
Ja. Jeder der halt Interesse daran hat, irgendwas umzusetzen. Darf sich mal was ausdrucken, ein 3D-Drucker.

[00:58:10] Reinald Schröder:
Ja, das, und da haben ja auch alle Fraktionen zugestimmt, die Verwaltung prüft das jetzt, die stellt ein Konzept vor, so habe ich verstanden.

[00:58:18] Florian Willnat:
Das war ja nicht, dass das umgesetzt werden soll, der Antrag ging nicht darum, dass es umgesetzt werden soll, sondern erst mal geprüft werden.

[00:58:23] Reinald Schröder:
Zwar soll jetzt mal ein Konzept erstellt werden.

[00:58:24] Florian Willnat:
Ja, genau.

[00:58:25] Reinald Schröder:
Ja, schauen wir mal ab, was sie da herausfindet. Das ist ja sehr interessant. Ja, und ihr wollt auch mehr, sowieso mehr Jugendbeteiligung. Etablieren, das gehört ja dann erst mal mit dazu, aber es soll ja noch drüber hinausgehen.

[00:58:40] Florian Willnat:
Ja, zur Jugendbeteiligung, wir hatten ja schon mal einen Jugendrat in Diepholz, der ist dann ja mangels Beteiligung leider eingeschlafen. Genau, da wollen wir halt schauen, wie kann man das Ganze wieder etablieren, also es muss ja nicht unbedingt direkt ein Jugendrat sein, ob es andere Formen gibt. Jetzt hat ja die Stadt gerade das kommunale Praktikum, kommunalpolitische Praktikum. Das Kommunalpolitische Praktikum stattfinden lassen, was ja ein wirklich großartiger Erfolg war.

[00:59:09] Reinald Schröder:
Da haben viele Jugendliche daran teilgenommen. Das ging ja darum, dass Jugendliche bei irgendwelchen Parteien mal gucken, wie die Arbeit läuft, oder wie war das?

[00:59:19] Florian Willnat:
Das Jugendliche, ich glaube, das war so auf 8., 9., 10. Klasse beschränkt erst mal, dass die sich halt anschauen können, wie Kommunalpolitik funktioniert. Und dazu wurde, glaube ich, erst mal ein Speed-Dating gemacht. Ja. Wo sich alle Parteien vorstellen konnten und die Jugendlichen den Fragen stellen konnten. Die Jugendlichen konnten sich dann für eine Partei entscheiden, in der Fraktion sie dann halt, also nicht Partei, sondern in der Fraktion sie dann halt mitmachen möchten. Dann wurde auch eine Fraktionssitzung gemacht. Als die bei den Grünen war, war ich auch mit anwesend. Da ging es halt dann auch um das Make-Lab.

[00:59:56] Reinald Schröder:
Ah, ihr hattet auch eine Hospitantin oder Hospitanten?

[00:59:59] Florian Willnat:
Mehrere. Das waren, glaube ich, 20.

[01:00:01] Reinald Schröder:
Wie, 20?

[01:00:02] Florian Willnat:
Ja, also ich habe die genaue Zahl jetzt nicht im Kopf.

[01:00:04] Reinald Schröder:
Das macht ihr selber.

[01:00:05] Florian Willnat:
Ja, richtig. Also das Interesse war schon da. Und das Interesse war auch bei den anderen Parteien da. Also da waren jetzt nicht weniger Praktikanten. Doch, es war ja ein Praktikum, also Praktikanten. Und von daher, das Interesse scheint da zu sein.

[01:00:24] Reinald Schröder:
Haben die denn irgendwas geäußert, was sie gern möchten oder was sie eigentlich erwarten von der Politik? Oder haben die sich nur angehört, was ihr da…

[01:00:30] Florian Willnat:
Ich war jetzt nur bei unserer Fraktionssitzung dabei. Ich war nicht bei den Abschlussveranstaltungen dabei. Aber mein Sohn hat zum Beispiel auch mitgemacht. Mit dem habe ich dann schon gesprochen. Und ja, also er fand das sehr interessant, erstmal da reinzuschnuppern und das zu hören und zu sehen und wie sich das anfühlt. Was er halt sehr langweilig fand, was ich auch verstehen kann, ist halt die Fraktions-, äh, die Ratssitzung selber, an der die teilgenommen haben. Das ist ja natürlich schon ein sehr strukturiertes Vorgehen, was dort gemacht wird. Und kann ich schon verstehen, dass Jugendliche auf sowas nicht unbedingt Lust haben. Aber das heißt ja nicht, dass sie…

[01:01:09] Reinald Schröder:
Ich auch verstehe. Vor allem, wenn denn noch etwas längere Reden gehalten werden.

[01:01:12] Florian Willnat:
Ja, genau. Aber das heißt ja nicht, dass sie generell an Kommunalpolitik keine Interesse hätten. Ja. Und wenn man dort die Jugendlichen über andere Wege, Formate wieder da ins Boot holen kann, sei es dann nicht über einen Jugendrat, sondern vielleicht dann nur über einen Jugendbeirat, der dann dort seine Ideen äußert… Ich glaube, früher war das auch so, dass die Schülervertreter in den Jugendrat gegangen sind, dass das über die Schülervertreter ging.

[01:01:41] Reinald Schröder:
Ja, ich weiß auch nicht ganz genau.

[01:01:43] Florian Willnat:
Ob man sowas wieder etabliert. Aber es ist halt nur eine Idee erstmal. Und wie das dann genau umgesetzt wird, weiß ich nicht. Aber wir möchten uns halt dafür einsetzen, dass die Jugend mehr eingebunden wird. Und zwar auch nicht nur die Jugend, sondern auch, ja, dass es halt vielleicht einen Migrationsbeirat gibt. Oder einen Integrationsbeirat oder sonstige Beiräte.

[01:02:07] Reinald Schröder:
Also es gibt ja schon einen Behindertenbeirat, der, glaube ich, sehr, sehr erfolgreich ist. Einen Seniorenbeirat gibt es, ja. Nicht Senioren. Seniorenbeirat. Und Behindertenbeirat, glaube ich, heißt dann, die arbeiten ja seit vielen, vielen Jahren, machen Veranstaltungen eben für ältere Leute und, ich glaube, setzen sich soweit auch dann dafür ein. Das ist ja sehr erfolgreich.

[01:02:32] Florian Willnat:
Ja, aber unsere… Die Gesellschaft oder die Diepholzer Einwohner sind ja schon auch diverser. Also da gibt es ja nicht nur Senioren und…

[01:02:40] Reinald Schröder:
Ja, natürlich. Aber das Problem ist eben ja immer, die Jugendlichen oder auch die Menschen mit Migrationshintergrund müssen dann aktiv werden.

[01:02:51] Florian Willnat:
Richtig. Aber da muss man ja Angebote …

[01:02:51] Reinald Schröder:
Das ist ja der Witz: Die sollen ja selber mal ihre Interessen äußern und artikulieren und die Sache selber in die Hand nehmen und sagen: Was wollen wir denn eigentlich? Was käme uns zupass?

[01:03:02] Florian Willnat:
Vielleicht wissen die ja gar nicht, wie man das selber in die Hand nimmt. Vielleicht kann man die ja erst mal an die Hand nehmen.

[01:03:09] Reinald Schröder:
Ja, das wäre eine tolle Sache, wenn das gelingen würde auf jeden Fall.

[01:03:13] Florian Willnat:
Genau. Dafür würden wir halt kämpfen, dass wir halt unser gesamtes Stadtbild hier abbilden bei Ratsentscheidungen.

[01:03:22] Reinald Schröder:
Eben nicht so eine hohe Schwelle institutionalisiert, sondern mehr so informell, sagen wir mal.

[01:03:33] Florian Willnat:
Damit kann man ja erst mal anfangen, was daraus dann wächst. Steht auf einem anderen Blatt.

[01:03:34] Reinald Schröder:
Na ja, aber ihr habt euch einiges vorgenommen. Habt ihr auch sonst noch was anderes dann vor als Ratsarbeit nebenbei? Arbeiten oder sowas? Ja, wir haben ja alle Berufe. War jetzt nur ein kleiner… Eben, deshalb war es ein kleiner Scherz, weil das ist schon enorm, was ihr… Ich weiß, ich weiß. Da jetzt alles vorgenommen habt, würde ich für Konzentration auf drei, vier, fünf erst mal das, was einem am wichtigsten vorkommt, plädieren. Sonst verzettelt ihr euch. Denn es ist viel Arbeit, Ratsarbeit. Das ehrenamtliche Arbeit. Bettina Kuhlmann, gut, die ist nun auch noch Fraktionsvorsitzende, hat schon von zehn Stunden die Woche gesprochen, die das durchaus mal in Anspruch nimmt. Dessen bin ich mir bewusst, ja. Das ist sehr… Man kann wirklich nur allen dankbar sein, auch jüngeren Menschen, die sowas machen wollen.

[01:04:31] Florian Willnat:
Ja.

[01:04:34] Reinald Schröder:
Die Idee, dadurch andere Gruppen zu beteiligen, ja. Und dann, du hast es eben zwischendurch schon mal angesprochen, was habt ihr da mit dem Baggersee vor?

[01:04:51] Florian Willnat:
Ja, wir würden ganz gerne prüfen lassen, ob man den als Naturbadestelle ausbauen könnte. Weil wir ja alle wissen, werden wir ja sehr wahrscheinlich, oder werden wir das Freibad für die nächsten Jahre verlieren, wenn dort das Allwetterbad gebaut wird.

[01:05:05] Reinald Schröder:
Wenn es dann beschlossen wird. Dann müssen jetzt erst die Angebote eingeholt werden und das noch im Kostenrahmen sein. Genau. Aber wenn das der Fall ist, dann wird da gebaut, dann gibt es kein Freibad mehr für zwei, drei Jahre.

[01:05:20] Florian Willnat:
Ja, genau. Und das wäre halt schade, wenn wir… Da könnte man dann in den Baggersee schwimmen. Also es müsste geprüft werden, ob das wirklich technisch realisierbar ist. Weiß ich nicht, aber es wäre halt eine Möglichkeit.

[01:05:30] Reinald Schröder:
Und Sicherheit auch, ja.

[01:05:31] Florian Willnat:
Es wäre eine Möglichkeit, die man hier in Diepholz schaffen könnte.

[01:05:35] Reinald Schröder:
Und Naturschutz. Ich weiß nicht, ist da ein Naturschutz da irgendwie involviert?

[01:05:40] Florian Willnat:
Kann ich nicht sagen. Ich weiß nicht, ob er immer noch genutzt wird von den Modellbootfahrern.

[01:05:49] Reinald Schröder:
Ja, das denke ich schon. Weil die fahren dann da durch die Schwimmer durch. Da müsste man dann schauen, dass man Zeiten realisiert. Da muss man mal gesperrt sein.

[01:05:55] Florian Willnat:
Genau. Aber dass halt generell eine Möglichkeit in Diepholz besteht, im freien Baden zu gehen. Ja. Dass nicht jeder hat einen Pool im Garten, nicht jeder hat überhaupt einen Garten. Ja, ansonsten wandern die Menschen ab in andere Freibäder im Sommer. Und wenn dann das neue Bad hier steht, dann kommt keiner zurück. Das wäre schade. Das wäre allerdings sehr schade, ja. Dann hätte man es lassen können.

[01:06:19] Reinald Schröder:
Ja gut, da bin ich mal gespannt, ob das überhaupt möglich ist. Das muss natürlich geprüft werden. Weil man hört immer so Strömungen und das zieht einen nach unten und ist so tief.

[01:06:34] Florian Willnat:
Ja, ich weiß nicht. Ich weiß auch gar nicht, wie lange diese Strömungen anhalten. Klar, wenn dort abgebaggert wird, dann gibt es diese Strömungen. Ich kann es nicht genau sagen. Das wäre dann halt…

[01:06:42] Reinald Schröder:
Ich weiß auch gar nicht, wie tief das jetzt ist. Es wird ja nicht 100 Meter tief sein. Vielleicht 10 Meter, sowas.

[01:06:48] Florian Willnat:
Auch das weiß ich nicht.

[01:06:49] Reinald Schröder:
Die haben ja praktisch aus diesem Baggersee den Sand geholt für diese ganzen Umgehungsstraßen. Für die Umgehungsstraße, genau.

[01:06:57] Florian Willnat:
Darum ist er da ja auch direkt dort an der Brücke.

[01:07:00] Reinald Schröder:
Er hat von nebenan ausgebaggert und dann da die Erhöhung…

[01:07:05] Florian Willnat:
…von gebaut. Ja. Das ist aber ja auch schon Jahre her. Das ist schon einige Jahre her. Der Baggersee ist ja schon ein paar Jährchen.

[01:07:13] Reinald Schröder:
Das sind bestimmt 40 Jahre her. Ja, gut. Ja, das sind so jetzt… Oder hast du noch ein wichtiges Thema, was ihr auf dem Programm habt?

[01:07:32] Florian Willnat:
Ja, wir könnten noch über den Punkt Gesundheit und Pflege sprechen. Ja. Das gab es ja jetzt vor kurzem noch. Den Antrag, der schnell eingebracht wurde mit dem MVZ oder mit dem Ärztehaus, was dann ja dort eventuell rund ums Bremer Eck entstehen soll. Genau. Da hatte mich dann… Also erst mal generell, ja, wir brauchen ja eine wirklich gute oder mehr hausärztliche Grundversorgung, weil…

[01:08:05] Reinald Schröder:
Die Fachärzte müssen halt hier sein.

[01:08:08] Florian Willnat:
Fachärzte auch, aber auch selbst Hausärzte nehmen ja kaum noch Patienten auf. Ja. Das ist ja schwierig, als Zugezogener hier einen Hausarzt zu finden, weil… Oh ja, das glaube ich. Genau. Also das ist ja schon der erste Punkt. Fachärzte kommen auch und haben wir auch, glaube ich, zu wenig teilweise. Je nachdem. Also ich selber habe jetzt fast ein Dreivierteljahr warten müssen auf einen Facharzttermin. Das ist unbefriedigend. Ja.

[01:08:38] Reinald Schröder:
Das ist nicht schön. Auf jeden Fall, wenn man ein ernstes Problem hat, dann ist das schlecht. Ja, das ist mir auch schon passiert, ja. Das ist… Aber was kann die Stadt da machen?

[01:08:50] Florian Willnat:
Naja, die Stadt möchte ja jetzt oder hat dann ja dieses Gelände und möchte dort halt einen Investor haben, der dort so ein Ärztehaus hinbaut, was sicherlich sinnvoll ist, dort halt die ganzen Kompetenzen zu bündeln und Angebote zu schaffen, moderne Häuser zu schaffen, wo halt dann sich Fachärzte und auch Hausärzte halt bündeln können. Was mich halt nur ein bisschen gestört war, aber das ist ja auch nur ein Konzept gewesen, als ich dieses Bild in der Zeitung gesehen habe, wie das dann aussehen könnte, war der Hauptaugenmerk halt auf Parkplätze und noch ein Parkhaus daneben und versiegelte Fläche, obwohl die Stadt sich halt auf die Fahnen geschrieben hat, im regionalen Entwicklungskonzept halt zu entsiegeln. Möchte… also… Und das fällt dann dort wieder so auf, ja, es werden doch wieder sehr große Versiegelungsflächen geschaffen.

[01:09:49] Reinald Schröder:
Okay, das war jetzt aber ein erstes Konzept, muss man sagen, das kann noch aufgelockert werden. Zum Hintergrund muss man vielleicht auch erwähnen, wir haben ja im Moment ein Krankenhaus, was vom Kreis, Landkreis betrieben wird, mit einem MVZ, einem medizinischen Versorgungszentrum und das Krankenhaus wird weggehen. Das ist ja beschlossen. Das ist ja beschlossen. Das geht nach Twistringen. Das Krankenhaus wächst schon hoch in Twistringen, wer da vorbeifährt mit dem Auto oder dem Zug, Riesenkräne und so langsam, glaube ich, kommen sie auch über die Kante schon, dass man vom Bau was sehen kann. Das wird in ein, zwei Jahren fertig sein und dann ist Schluss in Diepholz. Mit dem Bettenbetrieb. Das Krankenhaus ist vorbei und da sind natürlich auch einige Ärzte, die dann mit weggehen werden und das MVZ, das Gebäude, wäre nicht sonderlich geeignet. Gerechnet heißt es auch letztlich, und deshalb ist die Überlegung, ein neues, ganz neues MVZ, also Ärztehaus zu bauen.

[01:10:51] Florian Willnat:
Ja, es geht da, glaube ich, eher halt um den Neubau des Krankenhauses, der halt nicht geeignet, oder so wurde es gesagt, nicht geeignet ist für eine Nachnutzung oder für eine anderweitige Nutzung, dass das MVZ, wo es jetzt drin ist, der Altbau, der ist an sich okay.

[01:11:07] Reinald Schröder:
Der Altbau ist okay, aber er ist nicht optimal für die Zwecke, obwohl baulich habe ich gehört. Ja.

[01:11:14] Florian Willnat:
Aber trotzdem. Da müsste man halt schauen, also es ist halt.

[01:11:16] Reinald Schröder:
Aber man will es, glaube ich, auch ein bisschen in die Innenstadt verlagern, ist MVZ.

[01:11:20] Florian Willnat:
Ja, da sollte man dann halt auf jeden Fall mit dem jetzigen MVZ im engen Kontakt stehen, dass entweder, dass die auch mit dorthin gehen, ob das geschehen wird, weiß ich nicht, aber ich weiß nicht.

[01:11:35] Reinald Schröder:
Das muss man alles mit den Ärzten auch reden, das sind zum Teil ja niedergelassene Ärzte, die das selber entscheiden, wo sie hingehen und was sie machen. Genau. Die man nicht einfach so sagt. Dass man das transferieren kann und sagt, jetzt müssen wir da hin. Wir müssen nicht, aber wir können ja Angebote schaffen. Aber ich denke, wenn man mit denen spricht im Vorfeld und denen gute Angebote macht, müsste das machbar sein.

[01:11:54] Florian Willnat:
Ja, also die geplante Fläche für das neue Ärztehaus oder MVZ, wie es dann ja heißen würde oder könnte, das ist schon deutlich mehr als das, was wir jetzt haben. Aber ja, man muss auch dann entsprechend Ärzte finden, die sich dort ansiedeln wollen. Ja, so ist es. Denn wir brauchen natürlich nach wie vor eine gute Medizin.

[01:12:15] Reinald Schröder:
Medizinische ambulante Versorgung. Ich meine, alles Stationäre findet dann in Twistringen statt, das ist klar. Oder kein Werbeblock woanders und keine Namen nennen. Es gibt ja noch andere Kliniken, die hier erreichbar sind, aber nicht mehr in Diepholz. Dann gibt es keine Kliniken mehr, keine Betten, es ist vorbei.

[01:12:37] Florian Willnat:
Ja.

[01:12:38] Reinald Schröder:
Nach ungefähr 100 Jahren, glaube ich. 1924 wurde das Krankenhaus, glaube ich, geöffnet. Ja.

[01:12:46] Florian Willnat:
So war es in dem Dreh rum, ja.

[01:12:49] Reinald Schröder:
Naja, gut. Also, ja. Ja, aber wir hoffen, dass das auf jeden Fall klappt. Das wäre ja wichtig für uns. Ja gut, da haben wir doch schon mal etliche Punkte angesprochen. Also Wahlprogramm, das werden wir auch verlinken in den Shownotes, steht noch mehr drin. Und das ist wirklich ein volles Programm. Wie soll denn jetzt sozusagen der Wahlkampf geführt werden? Wie kriegt ihr die nötigen Stimmen? Wie können wir tatsächlich möglichst viele Grüne wieder im Stadtrat sitzen? Habt ihr da schon Pläne? Macht ihr Demos? Macht ihr Veranstaltungen? Macht ihr …

[01:13:25] Florian Willnat:
Wir machen Veranstaltungen, wir machen halt ganz normale Werbung mit Plakaten, die wir halt aufhängen. Da sind wir dabei. Wir werden halt verschiedene Veranstaltungen haben, zum Beispiel ganz kurz vor der Wahl werden wir einen sogenannten Digital Independence Day stattfinden lassen im Coworking Space.

[01:13:45] Reinald Schröder:
Ja.

[01:13:46] Florian Willnat:
Digital Independence Day.

[01:13:48] Reinald Schröder:
Kann man so erklären.

[01:13:50] Florian Willnat:
Das ist ein digitaler Unabhängigkeitstag. Das heißt? Dass man, also darum geht’s, dass man seine Daten nicht unbedingt auf amerikanischen Big Tech Servern speichert oder dort seine Daten hingibt, sondern entweder europäische Alternativen oder auch Open Source Alternativen nutzt, föderierte Systeme nutzt. Für zum Beispiel Social Media, dass das nicht alles bei Meta in der Blase hängen bleibt, im Meta-Universum, sondern da gibt es ja Alternativen. Und Instagram, genau. Instagram auch. Also da möchten wir halt anbieten, diese anderen Systeme, die Alternativen, das sogenannte Fediverse. Wie heißen die? Fediverse. Das föderierte Universum.

[01:14:38] Reinald Schröder:
Sozusagen die Graswurzel-Leute, die jetzt kriegen die großen Konzerne.

[01:14:42] Florian Willnat:
Ja, das ist so ganz … Langsam. Ja, das gibt es schon länger. Mastodon wäre dann halt eine Alternative. Oder auch, wenn man, das kennen glaube ich die meisten, halt den Instant Messenger Signal.

[01:14:56] Reinald Schröder:
Signal, das wäre auch ein guter.

[01:14:58] Florian Willnat:
Ja, auf jeden Fall besser als WhatsApp. Als WhatsApp, oder? Ja, was heißt besser? Und Telegram, das ist aber … Das ist auch nochmal was anderes. Da könnte man natürlich auch hin wechseln. Ist aber nicht so jetzt der Instant Messenger, sondern eher für, naja, Gruppen geeignet. Na ja, Gruppen geeignet, die sich dort halt organisieren wollen. Also das ist noch …

[01:15:18] Reinald Schröder:
Suchmaschinen. Also ich benutze ja Ecosia. Das ist sehr gut, ja. Die dann immer sagen, mit jeder Nachfrage wird ein Baum gepflanzt. Genau. Also ich übertreibe jetzt etwas, nicht? Aber die haben so dieses Konzept, sie pflanzen Millionen Bäume. Ich weiß gar nicht, warum die so viel Geld mit uns verdienen, aber anscheinend ist das so.

[01:15:37] Florian Willnat:
Naja, kannst ja ausrechnen, wie viel Google dann mit dir verdient.

[01:15:39] Reinald Schröder:
Ja, eben. Die pflanzen dann keine Bäume dafür.

[01:15:41] Florian Willnat:
Genau. Die machen das anders. Die verwalten das Geld anders. Das geht dann halt an Aktionäre. Also es gibt halt den Bereich Suchmaschinen, die man nutzen kann.

[01:15:49] Reinald Schröder:
Also da wollt ihr diese ganzen Unabhängigen vorstellen? Ja, genau.

[01:15:53] Florian Willnat:
Das ist dann halt einfach als Hilfeveranstaltung für Menschen gedacht, die sich dafür interessieren, die sich … Man muss ja jetzt nicht komplett seine digitale Welt umgraben, aber man kann sich ja zumindest Alternativen anschauen und dann … Dann kann man die auch mitnutzen.

[01:16:09] Reinald Schröder:
Erst mal mitnutzen. Suchmaschinen ist ja ganz einfach. Das ist einfach. Das App fängst du dann schon an, weil da sind die ganzen Kontakte und …

[01:16:16] Florian Willnat:
Aber wenn man sich parallel schon mal den Signal-Messenger installiert, sieht man auch gleich, wie viele Leute schon da sind. Das ist ja jetzt auch nicht gerade wenig. Und dann kann man natürlich immer beides gleichzeitig nutzen, aber jede Nachricht, die halt nicht über WhatsApp verschickt wurde, sondern über Signal, ist kein Datensatz, der überall angelegt wurde im Meta-Universum. Darum geht’s ja auch. Es muss ja nicht gleich der krasse Umstieg sein. Ich kündige dort alle meine Accounts auf und gehe nur noch über Signal, Mastodon …

[01:16:50] Reinald Schröder:
Aber das ist so ein leichtes Umswitchen.

[01:16:52] Florian Willnat:
Ja, genau. Und je mehr Leute dorthin kommen, desto kuscheliger wird’s da auch. Und ich kann aus Erfahrung nur sagen, bei Mastodon oder bei Bluesky zum Beispiel sind zwei Alternativen. Ist der Umgang mit … Für was ist das jetzt? Also für Bluesky ist zum Beispiel die Alternative zu X, Twitter, früher. Ach so. Mastodon ebenfalls. Für Facebook gibt es das sogenannte Friendica. Also es gibt für alles Alternativen. Und der Umgang dort ist viel freundlicher. Und das Beste ist, er ist nicht algorithmusgesteuert. Na ja, du siehst halt deine Timeline. Das, was zuletzt … Du siehst den letzten Post, der gemacht wurde von deinen Freunden zuerst. Ja. Und nicht irgendeinen Werbeblock. Und irgendeine Seite, die du gar nicht abonniert hast. Wo der Algorithmus sagt, das musst du jetzt sehen.

[01:17:47] Reinald Schröder:
Ich krieg immer Chihuahuas mit Masken, die die armen Katzen erschrecken. Ja, möchtest du das sehen? Nee. Ja, ich find’s schon lustig. Ja, das Dumme ist ja, ich hab’s mir ein-, zweimal angeguckt und dann bist du erledigt. Genau.

[01:17:58] Florian Willnat:
Und der Algorithmus sagt …

[01:17:59] Reinald Schröder:
Allerdings, guck mal, da sitzt so ein Idiot, der will immer Chihuahuas mit Masken … Ja, und das ist halt algorithmusgesteuert. Und das gibt es halt dort nicht. Ja, und das machen die nicht. Und wie kriegst du dann die Sachen serviert? Nur von deinen Kontakten?

[01:18:11] Florian Willnat:
Ja, das, was du wirklich sehen willst, kriegst du serviert.

[01:18:13] Reinald Schröder:
Ja, gut, aber woher weißt du ja das, was ich sehe?

[01:18:15] Florian Willnat:
Ja, du hast es abonniert oder geliked.

[01:18:18] Reinald Schröder:
Also ich muss aktiv was suchen, sag ich mal, so wie bei …

[01:18:22] Florian Willnat:
Ja, wenn man das nicht macht, kriegt man … Also, kleiner Fun Fact am Rande, was ich jetzt gemacht hab. Vor der Wahl natürlich, ich hab mir auch wieder einen Facebook-Account geklickt. Weil man muss leider dort vertreten sein, sonst wird man noch nicht in Diepholz gesehen. Ja. Aber was ich erschreckend fand, war halt, was ich angeboten bekommen habe, als ich noch nichts geliked hatte. Noch gar nichts, noch keine Daten eingegeben hatte. Das war sehr stark KI-gesteuerte Propaganda. Für was? Für Gewalt, Hetze, Russland, für den Krieg gegen die Ukraine, für Ausländerfeindlichkeit. Ja, das ist leider so. Auch bei Facebook. Ja, gut. Mittlerweile hast du ja schon deine Interessen preisgegeben und Facebook zeigt dir das dann nicht mehr an. Aber wenn du ganz neu dahin kommst, kannst du gerne mal machen und dir einen Fake-Account dort klicken und mal eine Woche schauen. Es ist nicht schön, dass der Algorithmus einem das Erste anbietet, was er unter Hass findet. Das finde ich nicht schön.

[01:19:29] Reinald Schröder:
Es kann ja auch mit Werbung gesponsert sein.

[01:19:33] Florian Willnat:
Durchaus, ja. Und das gibt es halt bei den Alternativen nicht. Es gibt keine Werbung. Auch nicht?

[01:19:38] Reinald Schröder:
Nein. Wovon leben die dann?

[01:19:45] Florian Willnat:
Also Mastodon zum Beispiel ist ein föderiertes Netzwerk. Das heißt, es gibt nicht den einen großen Server, das eine große Datenzentrum. Sondern das sind ehrenamtliche Vereine, die dann halt Server aufsetzen, die dann untereinander als großes Netzwerk fungieren.

[01:19:56] Reinald Schröder:
Das ist sozusagen nicht profitorientiert.

[01:19:59] Florian Willnat:
Nein, absolut nicht.

[01:20:00] Reinald Schröder:
Könnte man sagen. Genau. Aha, ja.

[01:20:03] Florian Willnat:
Bei Bluesky ist es eine kleine Ausnahme. Das ist schon ein Unternehmen. Aber ich habe da bislang noch keine Werbung eingeblendet bekommen.

[01:20:13] Reinald Schröder:
Ja, bei X steige ich schon überhaupt gar nicht mehr durch, was da immer für ein Mist mir geliefert wird. Ich weiß gar nicht, wie die darauf kommt, dass mich das interessieren könnte. Da denke ich auch so einmal. Und natürlich bringt er immer zwischendurch Werbung für seinen komischen KI oder wie die heißt. Grok.

[01:20:41] Florian Willnat:
Ja, das will man nicht. Also ich persönlich nicht. Nee, das will man nicht. Ja, und das ist natürlich ein interessantes Projekt. Das findet ja auch bundesweit statt. Ach so. Von den Grünen? Nein, nein, nein. Das ist eine Initiative vom Chaos Computer Club. Die haben da mitgewirkt. Und ganz vorne an der Spitze stand Marc-Uwe Kling. Sagt mir irgendwas.

[01:21:04] Reinald Schröder:
Ja, aber ich weiß nicht was. Autor.

[01:21:06] Florian Willnat:
Autor, hat die Känguru-Chroniken geschrieben. Ach, die Känguru-Chroniken. Zum Beispiel.

[01:21:11] Reinald Schröder:
Das kommunistische Känguru. Ja, genau. Ja, ja, ja, das kenne ich.

[01:21:15] Florian Willnat:
Genau, und die haben das irgendwann halt ins Leben gerufen, dass immer am ersten Sonntag im Monat Vereine so eine Veranstaltung machen können, wo die frei ist, die für alle offen steht, wo Experten Informationen geben, wie man von…

[01:21:32] Reinald Schröder:
Ach so, da kann man beispielsweise online sich irgendwo zuschalten.

[01:21:35] Florian Willnat:
Ja, es gibt das auch online, aber wir machen es in Präsenz, also dass man halt zu uns hinkommen kann. Ach so, ja, genau.

[01:21:42] Reinald Schröder:
Aber das ist dann von den Grünen aus, oder?

[01:21:44] Florian Willnat:
Unser Ortsverband, also wir machen das, ja, aber das soll jetzt nicht so eine parteipolitische Sache werden. Da kann jeder hinkommen, egal was er wählt. Also das geht dann eher in die Richtung, wir möchten halt für diese föderierten Netzwerke einstehen.

[01:22:04] Reinald Schröder:
Gut, das ist natürlich auch eine Sache. Das ist eine Sache, wo die Stadt sich, das steht ja hier auch, die Stadt…

[01:22:11] Florian Willnat:
Ja, die ist dort leider auch nicht vertreten.

[01:22:15] Reinald Schröder:
Aber es könnte sich…

[01:22:17] Florian Willnat:
Könnte sich ändern, genau. Also es gibt ja die Kanäle auf Facebook, es gibt die Kanäle auf Instagram, ich weiß nicht, ob auf WhatsApp auch, keine Ahnung, aber die könnten die ja auch zeitgleich bespielen auf Mastodon und auf Bluesky und halt Alternativen anbieten für Menschen, die sich halt nicht im Meta-Universum zurechtfinden wollen.

[01:22:36] Reinald Schröder:
Ja, gut, das werden wir. Ja, und das wäre dann der 1. Sonntag im September.

[01:22:42] Florian Willnat:
Ja, genau, der 6.9.

[01:22:44] Reinald Schröder:

6.9. So, dann kann man sich schon mal Kalender notieren. Kommt dann auch Prominenz zu.

    [01:22:51] Florian Willnat:
    Da arbeiten wir noch dran.

    [01:22:52] Reinald Schröder:
    Da wird noch dran gearbeitet. Gut, dann wollen wir mal sehen, Herr Al-Hamvi, der war ja mal bei mir, der war ja damals Vorsitzender der Grünen in Niedersachsen, hat er ja dann niedergelegt, hat übrigens angekündigt, das wird er wohl auch, der sitzt ja jetzt im Bundestag, auch wenn er den einladet und sagt, Herr Schröder hat ihn empfohlen, da kommt er und bringt Honig mit, die Imkerei, als Hobby. Ja, schön, gut, dann haben wir doch jetzt einige Themen besprochen und wollen ja mal abwarten, was am 13.09. am Abend über die Bildschirme flimmert. Da bin ich mal sehr gespannt. Ja, bitte. Da bin ich auch sehr gespannt. Also, dann vielen Dank für das Gespräch und auf Wiederhören.

    [01:23:45] Florian Willnat:
    Bis dann.